China, Menschenrechte und so…

Donnerstag, 3. April 2008, 17:08, Pierre Markuse

China hat den Menschenrechtler Hu Jia zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Er soll umstürzlerische Maßnahmen verfolgt haben.

Viele sehen dies nun als einen Versuch, einen der bekanntesten Menschenrechtler vor den Olympischen Spielen mundtot zu machen. Er selbst bezeichnet sich als unschuldig. Klage und Haftstrafe könnten der Versuch sein, ihn rechtzeitig vor den Spielen dem Zugriff der Medien zu entziehen.

Unterdessen wird Kritik am IOC laut, dass dort zuwenig auf die Situation in China und Tibet eingegangen wäre. Hein Verbruggen vom IOC betonte, das IOC sei keine politische Organisation.

Doch aus der Politik gab es auch Reaktionen, Norwegen ließ verlauten, die Regierung würde der Eröffnungsfeier der Spiele fernbleiben.

Ab Mai will das Tourismusamt Tibet auch wieder für Urlauber freigeben. Ob es dann auch wieder Genehmigungen für Journalisten gibt, war noch nicht klar. Aber auch nur durch die Touristen dürften viele aktuelle Bilder den Westen erreichen. China scheint zu hoffen, bis Mai die Situation in Tibet geordnet zu haben.

Ich frage mich, ob das Medieninteresse an Tibet lange genug aufrecht erhalten bleibt, um wirklich sehen zu können wie die Zustände sind. Spätestens nach den Spielen dürfte es mit einem Großteil der Aufmerksamkeit ja vorbei sein.



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