Verzeichnis-Lust oder Verzeichnis-Frust?

Montag, 11. August 2008, 14:23, Pierre Markuse - Bei Facebook Teilen - Pierre-Markuse.de bei Twitter URL tweeten!

Blog-Verzeichnis: Sinn oder Unsinn

Die letzten Tage wird ja viel über Blog-Verzeichnisse wie z.B. die Bloggerei oder das Bloggeramt diskutiert. Sind Verzeichnisse nützlich oder nicht, was bringen sie einem, was bringen sie einem nicht.

Und natürlich gab es die Diskussion mit den Backlinks.

Ich muss ganz klar sagen, ich bin ein Befürworter von Verzeichnissen, wenn sie denn gut gemacht sind. Und unter gut gemacht verstehe ich vor allem, dass sie mir als Benutzer Blogs vorstellen sollen. Meinetwegen in Listen mit Topblogs, gerne aber auch als eine Art Ticker mit Artikeln aus allen angemeldeten Blogs, damit auch kleine Blogs eine Chance haben, meine Aufmerksamkeit zu bekommen.

Das ist meiner Meinung nach der Sinn von Verzeichnissen.

Falsche Vorstellungen:

Eine weitere Funktion eines Verzeichnisses ist es natürlich auch, Leser auf die im Verzeichnis enthaltenen Blogs zu lenken. So haben auch die Blogs etwas davon. Ich habe aber das Gefühl, viele Blogbesitzer haben falsche Vorstellungen davon, wie viele Leser vermittelt werden können bzw. sollen.

Man kann von einem Verzeichnis nicht hunderte an Lesern pro Tag erwarten. Selbst ein gut besuchtes Verzeichnis kann dies kaum schaffen. Warum? Weil ein gut besuchtes Verzeichnis zumeist auch tausende Blogs listet. Die Besucher des Verzeichnisses verteilen sich also auf eine Vielzahl an Blogs. Für die einzelnen Blogs bleibt dann eben nicht mehr so viel. Manche Blogs, die in den Verzeichnissen in Toplisten stehen, bekommen evtl. ein paar mehr Leser ab, aber auch dort ist nicht so viel zu erwarten.

Ein Verzeichnis ist also in erster Linie ein Service für Leute die Blogs suchen, nicht für Webmaster die ein Blog betreiben.

Warum ein Blog im Verzeichnis listen lassen?

Warum soll man sich also in einem Verzeichnis listen lassen? Weil meiner Meinung nach jeder Besucher zählt und eine Listung nichts kostet. Außer evtl. einem Backlink.

Und da kommen wir zum nächsten Punkt. Was ist dabei einem Verzeichnis einen echten Backlink ohne NOFOLLOW zu geben? Und wenn Ihr euer Blog nicht mit Buttons von 100 Verzeichnissen zukleistert, sondern Euch zwei oder drei,  Eurer Meinung nach gute, Verzeichnisse herauspickt sind diese zwei oder drei Backlinks doch wohl zu verkraften, oder?

Die meisten Verzeichnisse geben einem ja auch “echte” Backlinks zurück. Logisch, der Link von Eurem Blog zum Verzeichnis mag dem Verzeichnis mehr PageRank vererben, wie der Link vom Verzeichnis zu Euch Eurem Blog vererbt (allein schon wegen der großen Anzahl von Links im Verzeichnis), aber darum geht es doch hier gar nicht, oder?

Ich trage mich doch nicht in ein Verzeichnis ein, um von diesem PR vererbt zu bekommen. Das kann man sowieso wieder vergessen, wegen der hohen Anzahl an Links kommt kaum etwas zurück.

Man trägt sich in ein Verzeichnis ein, um von Menschen, die neue Blogs kennenlernen wollen, gefunden zu werden und um von Zeit zu Zeit ein paar Besucher zu bekommen. So sehe ich das jedenfalls.

Verzeichnisse müssen Kommunikation verbessern

Was ich etwas schade finde ist die mangelnde oder schlechte Kommunikation einiger Verzeichnisse. Wenn die Verzeichnisse klar ansagen würden was gefordert ist, um im Verzeichnis gelistet zu sein, würde es vielleicht weniger Ärger geben. Und im aktuellen Fall der Bloggerei wäre halt eine Warn-Email an die betroffenen Blogs vor der Löschung doch ganz nett gewesen. Vielleicht sollten einige Verzeichnisse den Bereich Kommunikation verbessern, dann würde es auch nicht zu solchen Diskussionen kommen.

Der Deal:

Im Prinzip sieht der Deal doch so aus: Ich gebe einem Verzeichnis einen echten Backlink und stärke dadurch seinen Marktwert, das Verzeichnis listet dafür mein Blog und vermittelt mir Besucher. Je mehr Besucher das Verzeichnis hat, desto mehr Besucher bekomme ich davon ab.

Und nun kann doch jeder für sich entscheiden: Ist mir die Anzahl der vermittelten Besucher einen echten Backlink Wert, dann mache mit. Wenn nicht, dann eben nicht.

Leider scheint, vor allem in Deutschland, die Tendenz zu bestehen aus jedem echten Link ohne Nofollow gleich Kapital schlagen zu wollen. Ich habe nichts dagegen mit seiner Webseite Geld verdienen zu wollen, das will ich auch, aber wenn ich mich in ein Verzeichnis eintrage, weil ich es gut finde (und warum trage ich mich sonst ein?), dann kann ich doch auch einen echten Backlink vergeben.

Nofollow mag durchaus einen Sinn haben, um z.B. Seiten auf der eigenen Webseite von der PR-Vererbung auszuschließen, so z.B. das Impressum oder ähnliches. Oder auch um Kommentar-Trollen, die nicht lernen wollen, dass man keine Werbung für kleine blaue Pillen will oder keine Deeplinks haben möchte, den Spaß zu verderben. Wenn ich aber so über eine Seite berichte, oder sogar im Falles eines Verzeichnisses deren Service in Anspruch nehme (und nichts anderes ist es), dann setze ich doch auch einen echten Link.

Sicherlich ein Thema mit viel Diskussionsstoff. Würde mich über Eure Meinung in den Kommentaren freuen. (Übrigens NOFOLLOW-frei, wenn Ihr Euch an die Kommentarregeln haltet).

Mehr zum Thema in anderen Blogs:

Bloggerei-Weblog

Bloggeramt Blog

Alter Falter

blogTopf

tutsi.de

Eisy



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