Feeds: Am Stück oder (ab)geschnitten?

Mittwoch, 17. September 2008, 12:06, Pierre Markuse

Feeds kürzen, ja oder nein?

Ob man Feeds kürzen sollte oder nicht, ist in der Blogosphäre wohl sehr umstritten. Kürzt man Feeds besteht die Gefahr, dass Leute die gerne Blogs im Feedreader verfolgen eher abspringen.

Ungekürzte Feeds sind bequem, ersparen Sie einem doch alle Blogs aufzusuchen die gerade einen neuen Artikel haben. Sie sparen also Zeit.

Nachteile von ungekürzten Feeds

Ungekürzte Feeds haben aber auch Nachteile. Vor allem für den Feedinhaber.

Ungekürzte Feeds werden z.B. immer wieder gerne in anderen Blogs übernommen um mit dem Content den Blog zu füllen und Kohle zu machen (Content Theft). Copyrightvermerke am Ende des Feeds (wie ich sie z.B. auch habe), bringen da so ziemlich gar nichts.

Die Leute die Inhalte klauen sind meistens schwer zu fassen. Klar, man könnte versuchen abzumahnen oder gerichtlich dagegen vorgehen, aber mal abgesehen davon, dass das Zeit, Geld und Muße kostet, ist es oft auch relativ aussichtslos wenn entsprechende Domains bei Scheinfirmen oder auf Kauriland registriert sind.

Man muss also entweder damit leben, dass andere mit den eigenen Feedinhalten Geld verdienen und einen damit evtl. direkt schädigen, weil weniger Besucher auf die eigene Seite kommen, oder man kürzt den Feed und verprellt die Leser. Besonders schlimm finde ich solche Leute, die mit Feeds den eigenen Blog füllen und dann keinen Link zum Originalfeed oder irgendeine Quellenangabe integrieren.

Ich kann Leser die gekürzte Feeds aus dem Reader schmeißen durchaus verstehen. Gekürzte Feeds machen ihnen mehr Arbeit, weil jede Seite mit interessantem Artikel nun besucht werden muss und außerdem sieht es so aus, als wolle man als Blogbetreiber durch die Kürzung des Feeds ganz einfach mehr Besucher auf die Seite lenken, die dann natürlich auch die Werbung zu Gesicht bekommen und evtl. Geld bringen.

Es macht aber einfach keinen Spaß, seine eigenen Artikel irgendwo als Kopie zu finden, evtl. sogar komplett ohne Namensnennung. Der Verlust an Einnahmen ist meist zweitrangig, weil diese Blogs schlechter gelistet sind in den Suchergebnissen, aber bei genügend Blogs die eigene Inhalte kopieren kommt vielleicht doch etwas zusammen.

Bis jetzt ist mein Feed noch ungekürzt. Andere Blogs, wie z.B. AlterFalter kürzen Ihren Feed, was ich absolut nachvollziehen kann. Aber ich gehöre auch zu den Personen, die Blogs lieber im Browser ansehen und nicht im FeedReader. Gekürzte Feeds sind mir deswegen relativ egal.

Ob ich auch zukünftig den Feed weiter ungekürzt lasse, kann ich noch nicht sagen. Das hängt auch davon ab, wie es weitergeht. Ich habe aber auch keine Lust Artikel von mir auf seltsamen Seiten zu finden, denen es nur um Werbung geht und die dann auf mich verlinken. Seine Inhalte in solch “zwielichtigem” Umfeld zu finden, macht keinen Spaß.

Wie ist das bei Euch? Schmeißt Ihr gekürzte Feeds aus dem Reader? Und wie ist Euer Feed, gekürzt oder ungekürzt?

Update: Folgender Artikel von Phil-BB (aus den Kommentaren) passt auch gut zum Thema.



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11 Kommentare zu “Feeds: Am Stück oder (ab)geschnitten?”

  1. Ich benutze da eher ein Zwischending. Hab mir ein kleine Plugin gebastelt, dass die Artikel nach dem -Tag abschnippelt. Wenn ich längere Artikel schreibe, kürze ich sie nach der Einleitung und bei kürzeren Beiträgen, kommen sie halt ganz in den Reader.

    Hab mich auch letztens damit beschäftigt:
    http://blog.exuria.net/2008/08/19/sollte-man-gekuerzte-feeds-verwenden/
    (Wenn du den Link nichts magst, nimm ihn ruhig raus…)

  2. Sry für den Doppelpost… ich hab das “more” bei more-Tag in HTML-Tags genommen. Deswegen erscheint es nicht… und es heißt “kleines” Plugin… ups, da ist euch noch ein Komma zu viel… ahrg peinlich… :(

  3. Halb so wild. Und der Link kann gerne bleiben, passt doch wunderbar zum Thema.

    Son Mittelding ist auch so ne Sache. Klar, kurze Artikel muss man nicht noch kürzer machen und kann Sie ruhig ganz in den Feed packen. Die fehlenden längeren Artikel werden die Feerdreader-Fraktion aber wieder ziemlich stören.

    Ich bin ja auch dafür, den Feed ungekürzt zu lassen, kann aber durchaus verstehen, wenn ihn jemand lieber kürzt. Dann besuche ich halt die Webseite. Ich lese die Artikel ja, weil sie mich interessieren und nicht weil sie gerade zufälling in meinem Feedreader auftauchen. Also kann ich auch die Seite besuchen. Posts die mir diese Mühe nicht Wert sind, würde ich auch im Feedreader nicht lesen.

  4. stopherl

    Ich habe etwa 200 Feeds abonniert und verfolge die entsprechenden Posts nahezu auschließlich mit dem Google Reader. Da ich die Feeds während der Arbeitszeit lese, möchte ich auch nicht die eigentlichen Blogs aufrufen, sondern die Information möglichst zentral präsentiert bekommen.
    Nur in Ausnahmnefällen steuere ich ein Blog direkt an. Entweder um einen Beitrag vollständig lesen zu können, die Kommentare zu studieren oder um selbst einen Kommentar zu hinterlassen.

    So wie in diesem Fall. Ich lese dein Blog schon einige Monate, habe es aber im Prinzip noch niemals in seinem eigentlichen Gewandt gesehen.

    Als Blogbetreiber möchte man natürlich, dass die Leser den Blog lesen und nicht nur den Feed. Daher akzeptiere ich gekürzte Feeds. Allerdings mit Sinn dahinter und nicht einfach nach dem ersten Satz einen “mehr”-Link setzen.

    Eine kurze Übersicht über das Thema und wer mehr wissen möchte kann gerne klicken. So handhabt es beispielsweise der Feed der PC Games Hardware.

    Viel schlimmer als gekürzte Feeds ist in meinen Augen allerdings Werbung in selbigen. So wie es chip.de seit einiger Zeit handhabt.

  5. Gut, bei 200 verfolgten Blogs ist es schwierig, jeden so zu besuchen. Aber Du scheinst ja auch mit gekürzten Feeds zurecht zu kommen. Werbung im Feed fände ich übrigens auch nicht so toll, glaube aber, dass wird sich in Zukunft noch verstärken, besonders wenn viele Leute die Feeds nur im Reader verfolgen.

  6. Ich komme mit gekürzten Feeds prima klar, wenn es dem Schreiber dort nicht gelingt, mein Interesse zu wecken, dann besuche ich den Blog sowieso nicht.
    Aus verschiedenen Gründen gehe meine Feeds auch nur gekürzt raus.

  7. Ich habe es aufgegeben, nach einem vernünftigen Feedreader zu suchen. Ich speichere die Feeds als Firefox-Lesezeichen und wenn mich eine Überschrift anspricht, springe ich zum jeweiligen Blog.

    Das ausschließliche Lesen von Feeds per Reader verhindert das Kommentieren und wird auch den Bemühungen mancher Blog-Betreiber nicht gerecht, die ihre Blogs durch artikel-unabhängige Informationen aufhübschen, z. B. in der Sidebar. Nein, ich spreche nicht von meinem Blog und nein, ich meine nicht per View, Click, Lead oder Sale vergütete Verbraucherinformationen.

    Meine Feeds gibts nur noch geschnitten, nicht mehr am Stück. Für den, der sie findet.

  8. @Stefan:
    Ich nutze den Feedreader 3 von i-Systems und bin ganz zufrieden damit. Aber der verschafft mir auch nur nen Überblick, Artikel die mich dann interessieren lese ich normalerweise auf den Blogs direkt. Ohne Feedreader könnte ich allerdings auch nicht mehr, weil der mir ungemein hilft schnell auf Artikel in Blogs zu reagieren. Bei manchen Blogs frage ich z.B. alle 5 Minuten den Feed ab.

    Jo, das mit den Views, Clicks etc. ist der Standardvorwurf den man sich anhören muss, wenn man seinen Feed kürzt. Ich finde es wie gesagt auch nur fair ein Blog mit einem interessanten Artikel auch zu besuchen. Dazu ist aber wohl nicht jeder bereit, sei es aus Zeitmangel oder weil er einfach keine Lust hat.

    Wenn man sich alles nur im Feed ansieht, brauchen wir eigentlich gar keine Blogs mehr. Dann wird nur noch ein Feed zur Verfügung gestellt.

  9. Ich glaube, da hast du gerade eine sperrangelweite Marktlücke entdeckt: Den Nur-Feed! Ohne störendes Blog. Würde ich mir als Web-3.0-Applikation patentieren lassen. :-)

  10. Nur-Feed :-) Hm…

    Dann aber dick mit Adsense gespickt den Feed, muss sich doch rechnen…

    Das wird auch noch dicker auf uns zukommen, Werbung in Feeds. Da wirds dann auch wieder Ärger geben.

  11. Das ausschließliche Lesen von Feeds per Reader verhindert das Kommentieren

    Das seh ich nicht so – wenn ich bei etwas kommentieren will, geh ich auch bei Voll-Feeds zum Blog und kommentiere. Umgekehrt bringt es mich auch nicht zu mehr Kommentaren, wenn ich durch einen Kurz-Feed eh schon auf dem Blog bin – Thema und Inhalt des Beitrags (und eben ob ich dazu was zu sagen habe) sind das Entscheidende.