Ypsilanti am Crazyphone: Was bringt der Strafantrag der SPD?

Donnerstag, 18. September 2008, 12:58, Pierre Markuse

Andrea Ypsilanti am Crazyphone:

Was bringt der Strafantrag der SPD?

Nachdem Andrea Ypsilanti dem Crazyphone von Radio ffn (mit einem Stimmenimitator als Franz Müntefering) auf den Leim gegangen war, untersagte die SPD Hessen die Verwendung des Materials.

Bei YouTube fanden sich jedoch trotzdem Teiles des Gespräches zwischen Andrea Ypsilanti und einem Stimmenimitator, der Franz Müntefering nachahmte.

Die SPD hat nun Strafantrag gestellt. Zum einen gegen die Person, die den unerlaubten Mitschnitt eines Telefongesprächs in Auftrag gegeben hat, und weiterhin gegen die Person, die Teile davon dann bei YouTube veröffentlicht hat.

Was soll der Strafantrag der SPD bringen?

Angenommen, die Ermittlungsbehörden sind erfolgreich und finden sowohl die Person, die die Aufzeichnung anordnete, sowie die Person, die Teile der Aufzeichnung dann veröffentlichte. Was würde das der SPD bringen?

Eine eventuelle Strafe für diese beiden Personen würde, in Ermangelung eines entstandenen Schadens, von der Öffentlichkeit sicher als überzogen bewertet und würde der Popularität von Andrea Ypsilanti und der SPD allgemein doch eher schaden.

Die SPD hätte souverän bleiben sollen und auch der Sendung des Materials zustimmen. Die Verkniffenheit macht die Partei und damit auch Ypsilanti (auch falls der Strafantrag evtl. nicht ihre Idee war) doch eher unsympathisch. Hier hätte man, bei einem etwas besseren Umgang mit den Medien, doch punkten können.

Bleibt nun abzuwarten, ob die Verantwortlichen Personen überhaupt gefunden werden können.

Bemerkenswert ist auch wieder das technische Verständnis der Beteiligten, so forderte die SPD den Radiosender ffn in einer Pressemitteilung dazu auf:

“…sämtliche Kopien auf YouTube und anderen ähnlich gearteten Plattformen löschen zu lassen. Radio ffn habe auch an den nachfolgenden Tagen darauf zu achten, dass Kopien des Gesprächs nicht mehr im Internet zu hören seien.”

Wie soll Radio ffn das bewerkstelligen? Einmal im Internet, immer im Internet. Vielleicht dringt das ja auch noch zur SPD durch.

Weitere Infos:

bei heise.de

bei e-recht24.de



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