Google Street View: Nützlich oder gefährlich?

Donnerstag, 2. Oktober 2008, 19:02, Pierre Markuse - Bei Facebook Teilen - Pierre-Markuse.de bei Twitter URL tweeten!

Google Street View: Nützlich oder gefährlich?

Google Street View erhitzt die Gemüter. Manche finden den Dienst nützlich und auch relativ harmslos, andere sind der Meinung Street View würde zu weit in die Privatsphäre vordringen und könnte außerdem dazu eingesetzt werden Verbrechen zu planen.

Wozu eigentlich Street View?

Die Anwendungsgebiete von Google Street View sind praktisch grenzenlos. Man kann sich vor einem Umzug oder einem Hauskauf über die neue Umgebung informieren, vor einem Urlaub das Urlaubsgebiet erkunden, es kann im Erdkundeunterricht genutzt werden und noch vieles vieles mehr. Viele Menschen nutzen Google Street View, zusammen mit Google Earth, bereits für solche Anwendungen.

Was sagen Kritiker von Street View?

Kritiken gehen in verschiedene Richtungen. Erfolgreich durchgesetzt wurde bereits, dass Google Gesichter sowie Kennzeichen verfremdet. Dies wird – mit mehr oder weniger Erfolg – automatisiert erledigt. Sollte die Automatik ein Gesicht oder Kennzeichen übersehen, kann man sich jedoch bei Google melden und die entsprechende Stelle wird manuell verfremdet.

Kritik hatten insbesondere Bilder ausgelöst, auf denen Personen z.B. bei Kontrollen durch die Polizei zu sehen waren. Außerdem Bilder von Personen in “peinlichen” Situationen, wenn sie sich z.B. mit dem Rücken zur Kamera gebückt haben.

Street View als Planungshilfe für Verbrechen?

Einer weiteren Kritik an Google Street View lässt sich nicht so einfach durch Unkenntlichkeitmachung begegnen. Einige Kritiker glauben, dass Street View dazu verwendet werden kann, Verbrechen zu planen.

Sicherlich kann man mit Street View einiges über die Wohnsituation in bestimmten Straßen erfahren, Art und Zustand der Häuser sowie Autos in der Einfahrt lassen schon ein paar Rückschlüsse zu. Aber all das erfährt man doch auch bei einer einfachen Fahrt mit dem Auto durch diese Straße und noch viel mehr bei einem Spaziergang.

Während ich also den Wunsch zur Unkenntlichkeitmachung von Gesichtern oder Kennzeichen nachvollziehen kann, sehe ich in der bloßen Abbildung einer Häuserfront kein Problem oder gar eine Gefahr.

Der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, hat Google in einem Brief aufgefordert in Schleswig-Holstein keine Aufnahmen zu machen. Google stimmte zu, in diesem Jahr keine Aufnahmen in Schleswig-Holstein zu machen, stellte aber auch klar, dass solche Aufnahmen in Deutschland nach geltendem Gesetz legal sind.

Es bleibt abzuwarten, wie Google reagiert wenn Schleswig-Holstein diese Haltung beibehält oder noch andere Bundesländer oder andere Staaten folgen. Auch in einigen Gemeinden in den USA und Australien ist man von der Idee sein Haus im Internet fotografiert zu sehen nicht unbedingt überzeugt.

Was glaubt Ihr? Ist Google Street View wirklich eine Gefahr? Werden Verbrechen damit geplant? Hättet Ihr etwas dagegen Euer Haus dort fotografiert zu finden?

Weitere Informationen zum Thema:

GoogleWatchBlog

Heise online

Golem und nochmal



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