Asoziale, linkgeizige, deutsche Blogger
Asoziale, linkgeizige, deutsche Blogger
Ich habe ja schon öfter geschrieben, dass ich einen Link auf meinem Blog nicht für so wertvoll halte, dass ich ihn nur raushaue, wenn ich dafür bezahlt werde. Das gilt für diverse Werbegeschenke, ebenso wie für Blogverzeichnisse oder ganz einfach auch für andere Blogs, die ich hier erwähne.
In meinem Artikel “Über das Wesen der Blogger” habe ich das Thema Linkgeiz am Ende des Artikels schon einmal erwähnt. Das immer stärker werdende Konkurrenzdenken trägt sicherlich zu einem großen Teil dazu bei, dass Blogs untereinander nicht mehr so stark verlinken bzw. nofollow-Links setzen.
Robert Basic hat nun in einem extrem lesenswerten Artikel die deutschen Blogcharts und vor allem die abnehmende Verlinkung der deutschen Blogosphäre betrachtet und analysiert.
Und wenn ich ihm auch nicht in allen Punkten Recht gebe finde ich das 2. Resumee, welches er gezogen hat, ziemlich passend.
So schließe ich mit dem fiesen Gedanken, dass sich die deutsche Blogosphäre warum auch immer extrem gesagt zu einer assozialen und weniger zu einer asoziierten Blogosphäre entwickelt, wo ein jeder sein Ding vor sich dahinbloggt.
Konkurrenz der Grund für Linkgeiz?
Ein ganz großer Grund für den Linkgeiz bei deutschen Blogs ist sicherlich das Konkurrenzdenken. Viele deutsche Blogger versuchen, wenn auch nur als Hobby, mit ihrem Blog Geld zu verdienen. Schreibt man nun einen Artikel zum Thema X kann man doch nicht auf einen passenden Artikel zu Thema X in einem anderen Blog verlinken. Da wandern doch Besucher und Linkjuice ab. So wird wohl leider viel zu oft gedacht.
Ich glaube innerhalb bestimmter Peer-Groups bei den Blogs ist die Verlinkung noch besser als bei den TOP 100, 200 oder auch 500 Blogs. Nur werden diese “oberen 500″ eben als das empfunden, was die deutsche Blogosphäre ausmacht.
Links als Service
Vielleicht sollte man die ganze Sache einfach etwas lockerer sehen, und einfach mal nachdenken, was der Leser eines Blogs sich wünscht. Ich als Leser eines Blogs empfinde es nämlich durchaus als eine Art Service, wenn ein Blogartikel mir auch weiterführende Links bietet. Macht es dies mir doch einfacher, tiefer in das Thema einzusteigen.
Ganz schrecklich finde ich es, wenn man ein anderes Blog erwähnt, ohne dieses zu verlinken. Warum macht man so etwas?
Robert Basic sagt:
Mein Blog macht mir Spaß, alle Blogs machen mir noch viel mehr “Spaß”.
Auch dem kann ich nur zustimmen. Es macht einfach Spaß andere Meinungen, Ideen und Gedanken zu den verschiedensten Themen zu sehen.
Nur damit man diese sieht, muss man sie auch finden. Und neben Verzeichnissen ist die beste Quelle Blogs zu finden das Lesen anderer Blogs. So sollte es jedenfalls sein. Da funktioniert aber nur, wenn man auch untereinander verlinkt. Wenn man also auf einem Blog einen Artikel findet, der zum eigenen thematisch passt, warum dann nicht verlinken?
Einfach mal andere Blogs vorstellen
Schön ist es auch, wenn Blogs einfach mal andere Blogs, vor allen neue und unbekannte, vorstellen. Vielleicht gefallen diese Blogs den eigenen Lesern und erhalten dadurch ein paar neue Leser. Auch das kann eine Art Service am Leser sein.
Ich habe vor kurzem aus diesem Grund einen Werbeplatz hier verschenkt. Es sollten sich vor allem neue, unbekannte Blogs melden. Mir hat diese Aktion auf jeden Fall etwas gebracht (und nein, damit meine ich nicht Backlinks, denn man konnte sich einfach bei mir in den Kommentaren bewerben, was auch alle Teilnehmer so gehandhabt haben) denn ich habe wieder ein paar interessante Blogs kennengelernt, von denen ich ein paar nun auch regelmäßig besuche. Und den Teilnehmern hat es, nebem dem Gewinner BräklingDe der sein Werbebanner erhalten hat, hoffentlich allen ein paar Besucher und auch neue Leser gebracht. Was mich ein wenig verwundert hat war die Tatsache, dass, obwohl der Artikel häufig gelesen wurde, nur wenige Blogs teilgenommen haben. Dabei musste nur ein Kommentar mit Begründung hinterlassen werden, warum man den Werbeplatz bekommen sollte. Vielleicht ist vielen neuen Blogs einfach gar nicht bewusst, dass sie von den Links leben.
Ob man am Linkgeiz der deutschen Blogosphäre noch etwas ändern kann? Ich hoffe es. Vielleicht stumpfen Blogger aber auch mit der Zeit ab. Hat ein Blog eine gewisse Größe erreicht, ist es wohl einfach nicht mehr notwendig ständig auf andere Blogs zu verlinken.
Link-Day?
Vielleicht sollte man mal so etwas wie einen Link-Day machen. Jeder Blogger sucht sich 5 Blogs aus, die er persönlich für interessant hält und auf die er noch nie verlinkt hat, und spendiert einfach mal einen Link. Dabei werden bestimmt eine Menge Blogs auftauchen, die man selbst nie entdeckt hätte, die aber durchaus lesenswert sind.
Aber auch beim “normalen” Blogbetrieb öfter mal einen Link setzen. Ruhig auch mal ein “unbekanntes” Blog verlinken. Soviel “Linkjuice” sollten gerade die größeren Blogs durchaus erübrigen können.
Und bevor nun jemand meckert: Nein, nicht alle deutschen Blogger sind linkgeizig
Gut so!
Auch lesen:
Fabians SEO-Blog: Schluss mit dem Linkgeiz
SEO-united.de: Epidemie Linkgeiz
SOS-SEO Blog: Der Linkgeiz ist da!
Adult Webmaster Blog: Der Linkgeiz wird immer schlimmer
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Ich habe vor kurzem bei mir auch eine Aktion laufen gehabt. Einfaches Prinzip: Wenn dein Blog irgendwas mit der Krankenkasse zu tun hat, ab ins Kommentar damit und ich stell ihn vor. Hab auch beschrieben, dass darunter ja viele Fallen: Ärzte, Krankenschwestern, Krankheitsblogs usw. Das Ergebnis war das gleiche wie bei dir. Viel gelesen, sehr wenig Antworten. Dabei würde ich prinzipiell jeden Tag einen Blog vorstellen. Einfach aus dem Grund, weil ich am Tag 3-7 Artikel schreibe und da eine Blogvorstellung eine schöne Ergänzung ist. Aber vielen ist der Aufwand eine Blogbeschreibung anzufertigen ja schon zuviel.
Also kann man nicht nur von linkgeizige Bloggern sprechen, sondern auch von Nicht-Link-Interessierten Bloggern.
Das mit dem Link-Day finde ich eine sehr coole Idee.
Also ich verlinke viel und reichlich, bei passenden Themen versteht sich. Auch ein nofollow wird man bei mir vergeblich suchen. Jeder Blogbetreiber lebt doch von Links, am besten solche von hochwertigen anderen Blogs. So hab ich die Blogosphäre jedenfalls verstanden.
Wieviele Blogs hätte ich nie gefunden ohne entsprechende Links in anderen Blogs.
Mit Links-Geiz oder ungesundem Konkurrenzdenken schneidet man sich am Ende nur selbst ins Fleisch.
kann ich gar nicht verstehen. von einer hohen linkdichte profitieren am ende doch alle.
[...] aller anderen Linkgeiz-Blogger mit seiner Auswertung der Linkdichte innerhalb der Blogosphäre (via Pierre). Nun kommen zu den “Gedanken” also auch Fakten (ich sag das jetzt mal so). [...]
Ich verdiene kein Geld mit meinem Blog, deshalb habe ich noch nie darüber nachgedacht, sondern setze einfach fröhlich Links, wo sie passen.
Außerdem: je mehr Blogs ich verlinke, umso eher werden doch andere auf mein Blog aufmerksam und erfreuen mich mit einem Kommentar.
@David: Genau so sieht es aus
Die meisten vergessen einfach, dass Verlinkungen zu einer Win-Win-Win-Situation (sic! Dreimal “Win”.) führen. Entdecke ich etwas interessantes, dann schreibe ich einen Text und versuche immer zwei Dinge zu berücksichtigen:
1. Quelle nennen und verlinken (schon alleine aus Dankbarkeit)
2. Zusätzliche Informationen recherchieren (100mal der gleiche Inhalt in leicht variierenden Texten bringt auch niemandem was)
Was geschieht dadurch?
Gewinner 1: Die Quelle bekommt einen Link von mir. Gut, der ist derzeit nicht für jede Quelle allzu wertvoll, aber das ist nunmal der Rahmen meiner Möglichkeiten.
Gewinner 2: Ich kann die Glaubwürdigkeit meiner Texte auf Quellen stützen. Außerdem erhalte ich automatisch Backlinks, sofern die Quelle Trackbacks o.ä. unterstützt.
Gewinner 3: Mein Besucher kann die Quellen meiner Informationen prüfen, der Besucher der Quelle kann (sofern vorhanden) durch meinen Trackbacklink zusätzliche Informationen zum Thema finden. Er profitiert von der Vernetzung der Informationen.
Der Verweis auf Quellen ist meiner Ansicht nach nicht nur eine Frage des guten Tons, sondern insbesondere auch wichtig für die Qualität eines Artikels.
[...] Asoziale, linkgeizige deutsche Blogger [...]
Geben ist seeliger denn nehmen. Wer sich an diese jahrtausendalte Regel hält kann auch im 21 Jahrhundert nicht viel falsch machen. Am Ende wird man sehen, daß der ganze nofollow-Wahnsinn nutzlos ist, d.h. Link ist Link und wer keinen hat, hat Pech.
Ich denke auch das es viel an den Konkurrenzdenken liegt, stellenweise aber bei manchen auch daran das sie nicht wissen was nofollow und follow bedeutet, den wp wird ja standartmässig mit nofollow ausgerüstet.
Ein Link Day ist eine gute Idee