Marcel Reich-Ranicki und Thomas Gottschalk

Freitag, 17. Oktober 2008, 23:14, Pierre Markuse

Marcel Reich-Ranicki und Thomas Gottschalk


Ja, nun lief gerade das Gespräch zwischen Reich-Ranicki und Gottschalk. Gottschalk hat meiner Meinung nach mit allen Mitteln versucht die Diskussion voranzubringen, Reich-Ranicki gab sich allerdings einigermaßen stur.

Das Problem wurde von Gottschalk direkt am Anfang der Sendung erwähnt. Private Sender können kein TV liefern, dass ein beständig “hohes Niveau” hat, weil sie damit Zuschauer vergraulen und sich die Existenzgrundlage nehmen, und die Öffentlich-Rechtlichen gehen seiner Meinung nach einen Kompromiss ein und zeigen bereits eine gute Mischung aus Sendungen mit Niveau und reinen Unterhaltungsprogrammen.

Wirkliche Ergebnisse habe ich von diesem dreißigminütigen Gespräch auch gar nicht erwartet.

Es ist kein Problem des TV-Programms

Ich habe ja bereits geschrieben, dass es im deutschen Fernsehen durchaus gute Sendungen mit Niveau gibt. Man muss sich nur aktiv mit dem TV-Programm (wie mit allen Medien) auseinandersetzen. Es fehlt vielen einfach nur an Medienkompetenz. Hier sollte angesetzt werden.

Man muss sich die Mühe machen sich nicht nur berieseln zu lassen, sondern auch seinen TV-Konsum aktiv gestalten. Keiner wird gezwungen niveaulose Sendungen zu sehen, und es gibt hervorragende Reportagen, Dokumentationen und journalistische Leistungen, die einfach viel zu wenig beachtet werden und deshalb ein Schattendasein auf schlechten Sendeplätzen führen müssen.

Was einen wirklich nachdenklich stimmen sollte, ist der Erfolg von manchen niveaulosen Sendungen. Zeigt er doch, was viel zu viele Menschen heute für gut halten.

Das Problem sind nicht die schlechten Sendungen im TV, sondern die Tatsache, dass so viele Menschen diese Sendungen anschauen.

In Zukunft wird das klassische “lineare TV” aber an Bedeutung verlieren und durch Video on Demand abgelöst werden. Kritik am Programm wird es auch dann noch geben, doch spätestens dann, ist man für sein Programm selbst verantwortlich. Man muss nur die eigene geistige Faulheit ablegen und sich damit beschäftigen.

Update:

Gerade habe ich noch eine interessante Meinung dazu gefunden.



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