Der Deutsche Journalisten Verband (DJV) und Leserreporter
Der Deutsche Journalisten Verband (DJV) und Leserreporter
Gerade habe ich bei Claudia Sommer einen interessanten Artikel über den Deutschen Journalisten-Verband und seine Ansicht über Leserreporter gelesen.
“Nun warnt der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) vor einer Entwertung der professionellen Arbeit.“, zitiert Claudia Sommer dort den Heise online Artikel zum Thema.
Da muss man sich doch fragen, welche Qualität die vom DJV angesprochene professionelle Arbeit hat, wenn sie durch Leserreporter à la BILD entwertet wird.
Die journalistische Arbeit der BILD-Leserreporter erschöpft sich doch zumeist in einem Foto mit ein oder zwei Sätzen dazu. Dies ersetzt keinesfalls professionellen Journalismus und kann ihn demnach auch kaum entwerten.
Ich werde das Gefühl nicht los, dass beim DJV eher die Angst vor Einkommensverlusten durch Leserreporter solche Äußerungen bedingt.
Journalisten müssen sich daran gewöhnen, dass es in der heutigen Zeit durch die technischen Möglichkeiten für jedermann immer einfacher wird, Informationen zu verbreiten. Dieser Vorgang lässt sich nicht mehr rückgängig machen, bedeutet aber auch nicht, dass der professionelle Journalismus dadurch obsolet wird.
Auch die Befürchtungen des DJV, Leserreporter könnten nun “Jagd auf Prominente” machen, kann ich nicht ganz teilen. Diese Missinterpretation journalistischer Arbeit betrifft nämlich nicht nur die Amateure, sondern ganz sicher auch die Profis. Schwarze Schafe gibt es auf beiden Seiten.
Claudia Sommer schreibt noch etwas dazu, wie die Leserreporter durch die Vertragsbedingungen mehr oder weniger über den Tisch gezogen werden, aber dazu mehr in ihrem Artikel.
Journalisten sind, was Einmischungen in ihre Zunft betrifft, jedoch gerne ein streitbares Völkchen. Siehe auch diesen Artikel hier zum Verhältnis von Bloggern und Journalisten.
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Böse neue Welt klaut Arbeitsplätze. Ich sehe schon das Horrorszenario: Unbezahlte Leserreporter bestücken das Feuilleton der FAZ, der Welt und der Süddeutschen, während die Ex-Journalisten in der Suppenküche anstehen.
Sorgen sollten sie sich, weil ihre Printerzeugnisse unheimlich sinnentleertes Altpapier darstellen und digital rechts überholt wird.
Gruß aus HH