JWH-018 in Spice: Warum gefährlich?
JWH-018 in Spice: Warum gefährlich?
“Der Autor dieses Artikels ist von Beruf Biochemiker (Diplom), mit fachlichem Schwerpunkt in organischer und pharmazeutischer Chemie. Er arbeitet im Moment an einer deutschen Universität und möchte unerkannt bleiben, da auch heutzutage noch das Interesse an psychoaktiven Drogen von einigen Chefs als Kündigungsgrund ausgelegt werden kann. Wir leben nach wie vor in einer sehr vorurteilsbelasteten Welt, leider.”
Ich möchte nun an dieser Stelle darauf hinweisen, dass Murphys Artikel sehr lang und ausführlich geschrieben ist. Vielleicht habt Ihr an einigen Stellen Probleme, das Gesagte zu verstehen. Zögert nicht, Fragen in den Kommentaren zu stellen.
Für alle eiligen Leser möchte ich den Artikel hier in einer paar kurzen Zeilen Zusammenfassen. Diese Zusammenfassung wird dem Artikel aber keinesfalls gerecht, deswegen solltet Ihr Euch die Mühe machen, Murphys Artikel komplett zu lesen. Es lohnt sich!
Ihr könnt Euch den Artikel auch als PDF herunterladen. Klickt dazu bitte hier…
Hier eine kurze Auflistung der wichtigsten Informationen zu Gesundheitsrisiken, möglichst einfach formuliert:
- Es ist wahrscheinlich, dass JHW-018 im Körper zu potentiell krebserregenden Substanzen umgewandelt wird
- JHW-018 ist wie THC fettlöslich. Durch diese Fettlöslichkeit lagert es sich im Fettgewebe an und kann dort auch längere Zeit nach dem Konsum noch in diese Substanzen umgewandelt werden
- Es ist ungewiss von welcher Reinheit das in Spice verarbeitete TWH-018 ist, auch evtl. Verunreinigungen könnten gesundheitsschädlich sein
- Reines JHW-018 ist übrigens weiß, mit steigender Verunreinigung geht der Farbton dann vom gelben über ins braune bis tiefbraune
- Aufgrund der Tatsache, dass Spice eine Kräutermischung ist, lässt sich die Güte des verwendeten JWH-018 nicht an der Farbe bestimmen
- JWH-018 lässt sich, im Gegensatz zu THC, sehr leicht überdosieren. Diese Überdosierungen können leicht zu Panikattacken führen
Nun aber zum eigentlichen Artikel von Murphy, viel Spaß beim Lesen:
Murphy Clox
Spice & JWH-018 – Worte der Warnung
Nachdem nun kürzlich in einer ganzen Reihe von Produkten der Marke „Spice“ JWH-018 von der Frankfurter Firma „THC Pharm“ als der eigentlich aktive Inhaltsstoff identifiziert wurde, beginnt nun das Rätselraten um diese Substanz. Gesundheitliche Risiken, vor allem über längere Zeiträume hinweg, scheinen nicht absehbar. Die Kiffer-Community reagiert zu großen Teilen arglos und unbekümmert. Da Spice ja eine ausgesprochen angenehme Wirkung entfaltet, werden Bedenken hinsichtlich des Gefährdungspotentials von JWH-018 in den Hintergrund gedrängt. Doch leider gibt es in der Tat genug Anlass zur Sorge. Wer nicht gedankenlos alles raucht was high macht, möge sich bitte die folgenden Zeilen durchlesen und selbst entscheiden.
Was bereits jetzt feststehen dürfte: JWH-018 und verwandte Derivate sind mitnichten harmlos!
JWH-018 und die AAI-Familie
Um sich ein ungefähres Bild zu verschaffen, womit man es hier eigentlich zu tun hat, möchte ich in aller Kürze einen Überblick liefern, um was für Substanzen es sich bei JWH-018 und eng verwandten Verbindungen handelt.
Seit der Entdeckung des aktiven Prinzips in Hanf (Cannabis sativa) im Jahre 1964 durch Gaoni und Mechoulam [1] wurde eine Lawine an neuen Entdeckungen losgetreten. Der Wirkstoff war das allseits bekannte Δ9-Tetrahydrocannabinol (im weiteren Text einfach THC).
Ein weiterer Meilenstein in der Cannabinoid-Forschung war die Entdeckung von spezifischen Rezeptoren für THC [2,3]. , Momentan gelten 2 Subtypen dieser Rezeptoren als nachgewiesen, kurz als CB1 und CB2 bezeichnet. Vor allem CB1 ist für die psychoaktive Wirkunge von THC und anderen Cannabinoiden verantwortlich. Es soll aber nicht unerwähnt bleiben, dass Hinweise auf mindestens einen weiteren, bisher nicht identifizierten Subtyp existieren.
Abgerundet wurde das Bild, als dann auch körpereigene Stoffe identifiziert werden konnten, die an diesen Rezeptoren wirkten [4]. Der bekannteste Vertreter ist hierbei das Anandamid.
Wie man bereits an den Strukturen von THC und Anandamid erkennt, haben Substanzen, die an den gleichen Rezeptoren angreifen und dieselbe Wirkung verursachen, nicht zwangsläufig einen ähnlichen Aufbau. Dies gilt auch für die Familie der Alkylaminoindole (AAI). Ausgehend vom bekannten und etablierten Schmerzmittel Indometacin entwickelte die Firma Winthrop Sterling (heute Teil von Sanofi) in den 1980er Jahren die Substanz Pravadolin [5]. Diese zeigte im Tierversuch überraschenderweise eine starke schmerzlindernde Wirkung, und zwar auch noch bei einer Dosis, bei der die Forscher eigentlich keine Wirkung mehr erwartet hätten. Angestrebt wurde eine Hemmung der Cyclooxygenase, ein Enzym, welches an der Bereitstellung von Botenstoffen beteiligt ist, welche Schmerzen verursachen. Am selben Enzym greift übrigens auch Aspirin an. Nach einiger Untersuchung wurde klar, dass es sich bei Pravadolin um einen Agonisten an den Cannabinoid-Rezeptoren handelte. Damit war die Substanzklasse der Alkylaminoindole entdeckt. Die strukturelle Ähnlichkeit zu dem, von der Arbeitsgruppe um John W. Huffmann entdeckten, JWH-018 fällt auch dem Laien sofort ins Auge.
Die für die Wirkung an CB1 wichtigen Strukturmerkmale, das sogenannte „Pharmakophor“, ist relativ simpel: Ein Indol-Ringsystem (blau), an welches ein aromatisches Ringsystem in Position 3 geknüpft wurde (rot; wichtig hierbei die Verknüpfung über eine C=O-Gruppe) sowie ein Alkylrest am Stickstoffatom des Indols (grün).
Wie man an Pravadolin sieht, gibt es einigen Spielraum für Veränderungen, ohne jedoch die Wirkung auf CB1 und CB2 zu verlieren. Dies ist auch der Grund dafür, dass verschiedene Forschungsgruppen aus Industrie und Universitäten mehrere hundert Variationen der AAIs entdeckt haben (und es werden nach wie vor weitere Abwandlungen veröffentlicht). Ein gefundenes Fressen für den quasi-legalen Drogenmarkt! Ähnliche Entwicklungen konnten bereits bei Amphetaminen und Piperazinen beobachtet werden, besser bekannt unter der Trivialbezeichnung „Designerdrogen“. Auch die AAI-Familie ist streng genommen nichts anderes als eine Gruppe von Designerdrogen. Und auch die AAIs werden das Schicksal der Prohibition teilen, nun, da sie in Spice entdeckt wurden.
Was zeichnet JWH-018 aus?
Was aber zeichnet JWH-018 nun dermaßen aus, dass es in den letzten Monaten so eine schlagartige Popularität erlangt hat? [6] Es ist der simple Aufbau, der JWH-018 so populär bei Untergrundchemikern macht. Bereits vor dem Hype um die AAI-Familie waren zahlreiche andere synthetische Cannabinoide bekannt; einige von THC abgeleitet, andere mit völlig verschiedenen Strukturen. Standards in der Cannabinoid-Forschung sind zum Beispiel WIN 55,212-2 (ebenfalls ein AAI) oder das strukturell nicht verwandte CP 55490 (wer genau hinsieht, erkennt hier leicht, dass es sich um eine stark reduzierte Version von THC handelt).
Selbst klassisches THC ist synthetisch sehr wohl zugänglich und trägt den Namen Dronabinol. Dies ist übrigens das Spezialgebiet von THC Pharm. Aber allen gemeinsam ist, dass die Synthesen in der Regel zu aufwendig, zu teuer oder mit einer niedrigen Ausbeute versehen sind. So kosten z.B. 50 mg reines WIN 55,212-2 bei „Tocris Bioscience“ (einem seriösen Anbieter!) fast € 300 und das kann man noch als billig betrachten. Unüblichere Cannabinoide sprengen schnell die 1000-€-Grenze für wenige Milligramm.
Auch sind nicht alle synthetischen Cannabinoide bei 25 °C und Luftkontakt stabil (z.B. muss CP 55940 bei -20 °C gelagert werden), was einer einfachen Lagerung und damit einer Kommerzialisierung bisher im Wege stand. Dies alles machte die sonst sehr attraktiv erscheinenden synthetischen Verbindungen nicht marktfähig, im Sinne der Headshop-Besitzer.
JWH-018 scheint DIE Lösung zu sein. Die Synthese geschieht in der Tat aus den 3 Teilen des Pharmakophors (siehe oben), welche allesamt billig im Kilogramm-Maßstab zu kaufen sind und auch nicht überwacht werden. [7] Die Synthese-Ausbeuten sind hoch genug, der apparative Aufwand vergleichsweise einfach und die Aufreinigung vermeintlich simpel. Aus diesem Grund hatten sich bereits mehrere Labore an der Analyse der Spice-Produkte versucht, scheiterten aber bisher. Auch THC Pharm konnte nicht in allen Proben JWH-018 nachweisen. Es bleibt also die berechtigte Vermutung, dass einige der Spice-Produkte, aber auch die der Nachahmer, noch andere synthetische Cannabinoide enthalten.
Das Gesundheitsrisiko
Zunächst die guten Nachrichten: Cannabinoide, sowohl die natürlichen als auch die synthetischen, greifen nicht akut in lebenserhaltende Prozesse unseres Körpers ein. Dies ist der Grund, weshalb bis heute kein Cannabis-Toter berichtet wurde, zumindest nicht bezogen auf den unmittelbaren Konsum. Dies steht im krassen Gegensatz zu anderen Substanzen, wie z.B. Heroin, Kokain und Amphetamin (um nur mal 3 der bekanntesten Drogen zu nennen), an denen man sich allesamt tödlich vergiften kann. Doch sollte dies nicht als Signal zur Entwarnung verstanden werden.
In seiner Email an Pierre Markuse hat John W. Huffmann völlig korrekt gesagt, dass zum momentanen Zeitpunkt keinerlei toxikologischen Daten zu JWH-018 vorliegen. Generell gibt es sehr wenig belegte Information in dieser Hinsicht über die AAI-Familie. Trotzdem ist es möglich einige Aussagen zu treffen.
Die leider bisher einzige Veröffentlichung stammt von einer Arbeitsgruppe der Universität New Orleans aus dem Jahre 2006. [8] Diese konnte für das eng verwandte Derivat JWH-015 zeigen, dass der natürliche Metabolismus mit großer Wahrscheinlichkeit reaktive Zwischenstufen beinhaltet, die bekannt für ihr krebserregendes Potential sind.
Die Ähnlichkeit zu JWH-018 ist augenscheinlich: Lediglich der Alkylrest am Stickstoffatom des Indols ist um 2 Kohlenstoffatome kürzer; außerdem findet sich hier eine Methylgruppe in Position 2 am Indol-System. Die krebserregende Wirkung geht aber von der Naphthoyl-Untereinheit aus (im Pharmakophor zuvor in rot dargestellt). Daher ist ein Vergleich mit JWH-015 sehr wohl zulässig!
Ist JWH-018 also krebserzeugend? Die ehrliche Antwort muss lauten: Man weiß es nicht.
Aber dies kann man über unzählige andere Stoffe auch sagen, für die es keine ausreichenden toxikologischen Daten gibt. Da aber bei einem sehr eng verwandten Stoff die Frage mit „Ja“ beantwortet wurde, ist größte Vorsicht beim Konsum von JWH-018 angebracht.
Ein Kommentar zu den Tierversuchen: Die Experimente wurden an Fraktionen aus Rattenlebern durchgeführt. Es handelte sich also nicht einmal um „ganze“, lebende Tiere, sondern nur einen kleinen Teil davon. Auch ist für Nagetiere bekannt, dass diese einen wesentlich aktiveren Stoffwechsel haben als Menschen. Man spricht z.B. bei Mäusen daher auch manchmal vom „Leben in Zeitraffer“. Außerdem muss natürlich gesagt werden, dass Menschen keine Mäuse sind, und allein dadurch der Vergleich bereits etwas hinkt. Dies alles klingt beruhigend, ist es aber aus fachlicher Sicht nicht. Es handelt sich hier um eine sehr wohl übliche Vorgehensweise zur Bestimmung des krebserregenden Potentials einer Substanz. Eine realistische Einschätzung wäre es, wenn man sagen würde, dass ein Abbau von JWH-018, so wie in Rattenleber nachgewiesen, in Menschen zumindest wahrscheinlich ist, aber auf keinen Fall ausgeschlossen!!!
Leider haben Falschinformationen und gezielt manipulierte Versuchsergebnisse das Vertrauen in derartige Aussagen beschädigt. So wurde z.B. auch von THC einst behauptet, dass es die Chromosomen in menschlichen Zellen beschädige, also unser Erbgut manipuliere. Dies gilt heutzutage als widerlegt. Daher bin ich vorsichtig und sage bewusst: Man weiß es nicht. Doch die Zeichen stehen eher zu Ungunsten der Konsumenten. Dies zu verneinen, ist meiner Meinung nach grob fahrlässig.
Zu dem erörterten Problem gesellen sich noch ein paar weitere, was das Bild verkompliziert. Diese sollen kurz zusammengefasst werden:
1. JWH-018 ist simpel im Aufbau und daher billig herzustellen. Dies ist aber auch einer der größten Schwachpunkte dieser Verbindung, wenn es darum geht, sie im Körper abzubauen. An JWH-018 sind einfach zu wenige Ansatzpunkte für unsere Leberenzyme, um es in eine leicht ausscheidbare Form zu überführen. Das mit Abstand wichtigste Organ zur Ausscheidung körperfremder Substanzen ist die Niere, welche als eine Art Filter fungiert. Damit Stoffe über die Niere ausgeschieden werden können, müssen sie zuvor aber in eine wasserlösliche Form überführt werden. Leider ist JWH-018 praktisch unlöslich in Wasser und die Abwesenheit von weiteren funktionellen Gruppen, wie z.B. Amine, Alkohole, Ester, Amide usw. , macht es sehr schwierig JWH-018 wasserlöslich zu gestalten. Daher ist die Verweildauer im Körper, auch wenn diese bisher nicht bei Menschen untersucht wurde, mit guter Wahrscheinlichkeit sehr hoch.
Die Pharmakologie praktisch aller Cannabinoide bringt es mit sich, dass diese nunmal generell fettlöslich sind. Mit anderen Worten: Die CB-Rezeptoren sind so aufgebaut, dass einfach nur fettlösliche Substanzen gut passen. Es ist allgemein bekannt, dass auch THC sehr lange im menschlichen Körper verweilt, da es sich ins Fettgewebe einlagert. Bei chronischen Konsumenten kann man noch wochenlang THC-Abbauprodukte im Urin nachweisen. Mit JWH-018/015 ist es praktisch gleich, wenn nicht sogar noch drastischer, da THC noch vergleichsweise effektiv abgebaut werden kann. Selbst wenn also der oben beschriebene Metabolismus von JWH-018, welcher zu potentiell krebserregenden Substanzen führt, sehr unwahrscheinlich ist, so muss man trotzdem konstatieren: Die Verbindung hat am Ende jede Menge Zeit um selbst die unwahrscheinlichsten Metabolismus-Wege zu beschreiten!
2. Abgesehen von der eigentlichen Toxizität von JWH-018 muss man unbedingt auch die der Verbrennungsprodukte berücksichtigen. JWH-018 lässt sich, wenn man den zahlreichen Erfahrungsberichten aus diversen Foren folgt, effektiv verdampfen. Dazu wird der Stoff in ein Gefäß gebracht, welches i.d.R aus Glas ist, dieses dann von außen (!) erhitzt und die entstehenden Dämpfe eingeatmet. Die Prozedur ist vom Crack-„Rauchen“ bekannt. Entsprechende Glaspfeifen sind in Headshops nicht unüblich.
Spice hingegen wird geraucht. Der Unterschied ist, dass bei dieser Prozedur die Substanz in direkten Kontakt mit der Flamme bzw. Glut kommt. Dies bringt deutlich höhere Temperaturen mit sich und dadurch eben auch deutlich mehr temperaturbedingte Zersetzungsprodukte. Man darf getrost davon ausgehen, dass diese nicht unbedingt gesünder als die Stammverbindung sind. Wenn schon JWH-018 konsumiert wird, dann plädiere ich unbedingt für ein Verdampfen und gegen das Rauchen. Ganz im Sinne einer Schadensminimierung. Da Spice ausschließlich geraucht werden kann (die zahlreichen Kräuter verhindern ein effektives Verdampfen), muss ich meine Meinung hierzu wohl nicht näher ausformulieren.
3. Ein Detail, welches nur selten Einzug in die einschlägigen Diskussionen findet, ist die Reinheit des konsumierten Produktes. Es liegt in der Natur des Menschen, psychoaktive Substanzen aller Art zu konsumieren. Dafür sind mehrere Jahrtausende Kulturgeschichte Beweis genug. Und es liegt auf der Hand, dass die Menschen auch entgegen guter Argumente damit fortfahren werden. Daher muss es unbedingt oberstes Anliegen sein, den Drogenkonsum, wenn er sich schon nicht vermeiden lässt, doch wenigstens so sicher wie möglich zu gestalten. Die Produktreinheit steht hierbei an oberster Stelle. [9] Leider zeigt die Realität, dass es bei kommerziellem JWH-018 bei Weitem nicht die Regel ist, sauberes Produkt zu erhalten. Ich beziehe mich hier explizit auf den „freien“ Markt und nicht die seriösen Händler, welche ausschließlich Forschungseinrichtungen beliefern (z.B. die zuvor erwähnte Firma Tocris).
Um es in aller Deutlichkeit klarzustellen: Reines JWH-018 ist weiß bzw. farblos! Fast alle Chargen, inklusive der, die ich selbst in der Hand gehalten habe, sind hellgelb, da leicht verunreinigt. Die per HPLC nachgewiesene Reinheit betrug in diesem Fall ca. 98,5 %. Dies wäre für ein offiziell zugelassenes Arzneimittel übrigens deutlich zu stark verunreinigt; das Reinheitskriterium wären hier 99.95 %! Außerdem müssen bei Arzneimitteln alle Verunreinigungen über 100 ppm deklariert werden und deren toxikologische Unbedenklichkeit bei den relevanten Konzentrationen bescheinigt werden. Wie zuvor erörtert wurde ist bereits die Toxizität von JWH-018 selbst sehr bedenklich, die Art der Verunreinigungen hingegen ist praktisch nicht bekannt.
Wieso aber sollte denn kommerzielles JWH-018 überhaupt verunreinigt sein? Wurde nicht zuvor gesagt, dass die Aufreinigung simpel ist? Nein! „Vermeintlich simpel“ war der absichtlich gewählte Wortlaut. Im Blog von Steffen Geyer fiel der Name eines Onlinehändlers, der sich im Moment eine goldene Nase am (noch legalen) Geschäft mit JWH-018 und verwandten Derivaten verdient. Ich werde die Internetadresse nicht kundgeben, da ich diesen Handel absolut missbillige. Allerdings fand ich Verweise auf besagten Händler in mittlerweile 3 Drogen-orientierten Foren, in einem machte ein Vertreter des Händlers sogar ganz unverblümt Werbung für den neuen Kassenschlager. Was dieser allerdings anbietet sieht so aus:
Achtung: Die Kapsel dient lediglich dem Größenvergleich und soll nicht suggerieren, dass man TWH-018 oral nehmen sollte.
Man müsste farbenblind sein, um zu übersehen, dass diese Substanz dunkelbraun ist. Ich wiederhole: Ein heller Gelbton wäre im Höchstfall noch tolerierbar. Die abgebildete Substanz soll angeblich „>98 % pure“ sein. Der Händler besitzt sogar die Dreistigkeit, folgendes Statement abzugeben:
„JWH-018 is a brown, lumpy, slightly-sticky dry compound.”
Nun ist Spice kein reines JWH-018, sondern enthält nur einen sehr geringen Anteil der Verbindung. Was soll es also Spice-Konsumenten kümmern? Die Firmen, welche Spice bzw. die Plagiate vertreiben, beziehen ihr JWH-018 alle von derselben Quelle: Auftragslabore in China. Außerdem spricht die Anwesenheit vergleichsweise großer Mengen (ungesunder) Lösungsmittel nicht gerade für eine akkurate Verarbeitung der Spice-Produkte. Die Wahrscheinlichkeit, dass Spice mit derartig verunreinigtem Ausgangsstoff wie auf dem Bild zu sehen ist hergestellt wurde, ist nicht nur groß, sondern meines Erachtens nach quasi gesichert. Für den Händler zählt nur der Profit. Jeder Aufreinigungsschritt ist mit zusätzlichen Kosten sowie Produktverlusten verbunden. Das ist nun mal die Natur der Dinge und kann von jedem Chemiker bestätigt werden. Der Rest ist ein simples Zusammenzählen der Fakten…
Abschließend sei darauf verwiesen, dass, auch wenn Cannabinoide praktisch nicht akut tödlich sind, sie dennoch ein hohes akutes Gefährdungspotential besitzen. Der Grund liegt auf der Hand: Eine reguläre Dosis reines JWH-018 beträgt ca. 1-3 mg, sofern man keine ausgeprägte Toleranz besitzt. Kaum jemand hat eine Waage mit der nötigen Präzision zu Hause bzw. kann per Augenmaß abschätzen, wie viel 3 mg sind. Daher sind Überdosierungen vorprogrammiert. Reguläre Kiffer werden nun entgegenhalten, dass es für die meisten Menschen ein Limit gibt, über das hinaus mein einfach nicht noch stärker „high“ werden kann. Dies ist korrekt, sofern die Diskussion bei THC bleibt.
THC ist ein partieller Agonist an CB1, das heißt, es ruft nur einen Bruchteil der biochemischen „Antwort“ hervor, welche eigentlich theoretisch möglich wäre. Sind alle Rezeptoren besetzt und dadurch (teil)aktiviert, weil man extrem große Mengen Marihuana geraucht hat, dann geht es einfach nicht weiter. [10] JWH-018 hingegen ist ein voller Agonist an CB1, es ist also problemlos möglich eine stärkere psychoaktive Wirkung hervorzurufen, als es mit THC je möglich ist. Der passionierte Kiffer wird sich darüber eventuell freuen, aber eine Überdosierung mit derart hochpotenten Cannabinoiden ist extrem unangenehm. Gut, man stirbt nicht. Aber es gibt genug Grade davor, die einem Angst machen sollten. In diversen Foren (siehe unter anderem Quelle 6) wurde darüber im Detail berichtet. Konsumenten erzählten speziell von Panikattacken, die jeglichen Witz vermissen lassen, wie er sonst gerne in Berichten von THC-Konsum mitschwingt. Paranoide Zustände, wenn auch nur vorübergehend, Angst und Panik sind die häufigsten Nebenwirkungen, wenn man sich selbst oder die Dosis überschätzt. Dies gilt selbstverständlich auch für Spice. Durch Panik verursachte Selbstverletzungen liegen sehr wohl im Bereich dessen, was möglich und wahrscheinlich ist.
Fazit
Ich möchte mit diesem Artikel niemanden belehren. Zuviel wurde in der Vergangenheit in dieser Hinsicht falsch angegangen und das Vertrauen in Drogenaufklärung ist bei vielen Endverbrauchern dahin. Hingegen ist es mein ehrliches Anliegen, über die Gefahren aufzuklären. Bitte liebe Spice-Konsumenten, nehmt die Warnung ernst! Ich gehe nicht davon aus, dass die meisten ihren Konsum einstellen werden, aber Aufklärung tut auf jeden Fall Not. Es darf am Ende niemand sagen, er hätte von nichts gewusst!
Verfasser: Murphy Clox
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[1] Journal of the American Chemical Society 1964, 86, S.1646
[2] Nature 1990, 346, S.561
[3] Biochemical Journal 1991, 279, S.129
[4] Science 1992, 258, S.1946
[5] Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics 1990, 255, S.511
[6] Abgesehen von der Enthüllung des aktiven Prinzips in Spice, wurde die Verbindung bereits seit über einem Jahr intensiv in mehreren Drogen-orientieren Foren diskutiert, z.B. www.bluelight.com. Dort findet man auch zahlreiche „trip-reports“ zu der Reinsubstanz sowie den Spice-Produkten.
[7] In Deutschland regelt das Grundstoffüberwachungsgesetz den Verkehr mit Stoffen, die unmittelbar für die illegale Drogenproduktion geeignet sind (z.B. Ergotamin → LSD, Ephedrin → Amphetamin). Ähnliche rechtliche Vorschriften existieren praktisch weltweit. Trotzdem ist es natürlich nicht möglich alle relevanten Stoffe zu erfassen, da sonst der Chemikalienhandel praktisch zum Erliegen kommen würde, und zwar für alle Beteiligten (inkl. Universitäten und Industrie). Die Erfassung von Ausgangsstoffen für bislang unbekannte Drogen ist fernab der Realität.
[8] Analytical and Bioanalytical Chemistry 2006, 386 , S.1345
[9] Bei Heroin wurde dies bereits eingesehen, was man an der Einrichtung von Fixerstuben erkennen kann, unter anderem in Deutschland. Bei einigen dieser Projekte wird an stark abhängige Personen neben Spritzen und Kanülen auch sauberes Heroin ausgegeben. Ein aktuelles Beispiel aus Vancouver findet sich hier:
[10] Ich weise darauf hin, dass die Betrachtungsweise „alle Rezeptoren sind besetzt“ im Rahmen dieses Artikels stark vereinfacht wurde. Die Realität ist in der Tat komplexer.
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Vielen Dank Pierre, für ein derart rasches Online-stellen des Artikels!!!
Ein Korrekturhinweis: Der Text direkt unter dem Foto von unreinem JWH-018 muss geändert werden, da man auf diesem Bild keine “Flocken” sieht und auch kein “maasives Stück”.
Erläuterunf für alle anderen Leser: Ich hatte zuvor ein anderes Foto von JWH-018 verwendet (mit einem ähnlich zweifelhaften Reinheitsgrad), welches aber aus Copyright-Gründen durch das nun abgebildete Foto ersetzt werden musste… Um ehrlich zu sein sah das ursprüngliche Bild sogar noch gruseliger aus.
Ich würde mich über eine lebhafte Diskussion freuen und bin bereit, alle fachlichen Fragen zu beantworten.
Gruß, Murphy
@Murphy: Danke für den Hinweis, habe den Satz entfernt.
und genau deshalb: das natürliche kraut freigeben.
Sehr interessante Darstellung des Sachverhaltes und meiner Meinung nach auch chemisch sehr verständlich!
Mich würde der Abbauprozess wirklich näher interessieren,aber du sagst selbst,dass man darüber nur wage Aussagen machen kann(“Die Verbindung hat am Ende jede Menge Zeit um selbst die unwahrscheinlichsten Metabolismus-Wege zu beschreiten”).Beim normalen THC-Konsum werden Carbonsäuren im Urin nachgewiesen.Inwiefern sind diese wasserlöslich und warum kann man nicht analog dazu sagen das JWH-018 als Abbauprodukte auch Carbonsäuren bildet?
Mfg Jule
Österreichische Untersuchung findet neben JWH-018 auch Eibisch in Spice: http://www.pierre-markuse.de/2008/12/19/spice-osterreichische-untersuchung-findet-jwh-018-und-eibisch/
@Jule:
Der Metabolismus von THC kann mit dem von JWH-018 in keiner Weise (!!!) verglichen werden. Beide Substanzen sind Cannabinoide, richtig! Diese Bezeichnung bezieht sich aber auf die Wirkung der Substanzen. Für den Metabolimus ist aber die Struktur entscheidend und die ist, wie man auf den Abbildungen sieht, nicht mal annähernd identisch! An JWH-018 (aber auch 015) sind viel zu wenig Ansatzpunkte, an denen unsere Leber-Enzyme wirken könnten. In THC haben wir hingegen so einige Möglichkeiten.
Carbonsäuren sind wasserlöslich, weil sie (das ist die Definition für eine “Säure” nach dem Chemiker Brönstedt) Protonen abgeben können. Ein Proton ist positiv geladen (Kation) und demnach die verbleibende Säure dann negativ geladen (Anion). Logisch, denn bevor das Proton abging war die gesamte Verbindung ja gar nicht geladen (die Ladungen der einzelnen Bestandteile heben sich auf!). Stoffe, die geladen sind (“Ionen”), sind i.d.R. sehr gut wasserlöslich. Das kennt man von Salzen: Diese lösen sich in Wasser ebenfalls in Kat- und Anionen auf und schwimmen dann gelöst herum.
Noch ein allgemeiner Kommentar zum Metabolimus: Selbst bei THC reicht es in der Regel nicht aus, dass nur ein-zwei Positionen im Molekül verstoffwechselt werden, um es dann ausreichend wasserlöslich zu machen, so dass wir es dann mit dem Urin ausscheiden können. Bei sehr vielen Substanzen behilft sich der Körper daher eines Tricks: Er hängt sehr gut wasserlösliche Reste an Alkohol- oder Carbonsäuregruppen ran. Dadurch wird dann der ganze Stoff ebenfalls besser wasserlöslich. Ein sehr häufiges verwendetes Molekül ist Glucuronsäure, welche von Glucose (ein Zucker) abgeleitet ist. Und Zucker lösen sich ja bekanntermaßen in rauhen Mengen in Wasser…
Gruß, Murphy
Sehr guter Beitrag ! Danke
Danke Murphy!
Da habe ich es wohl chemisch zu trivial betrachtet.
Letzte Frage zum Metabolismus:
Die Glucuronidierung kann doch aber bei allen unpolaren Stoffen (wie es ja JWH anscheinend auch ist) von stattfinden und diese wasserlöslicher machen oder habe ich das falsch verstanden?
MfG Jule
[...] ist ein Bericht
Wenn JWH-018 nicht wasserlöslich ist wie wird dann die sehr starke Wirkung eines einfachen “Spice” tees erklärt?
@Jule:
Ich hoffe, das wird jetzt nicht zuviel “Fachchinesisch”:
Glucuronsäure ist, wie der Name sagt, eine Carbonsäure. Diese wird in aller Regel in Form eines Esters an Stoffe gebunden, die ausgeschieden werden sollen. Um einen Ester zu bilden, benötigt man außer der erwähnten Säure noch einen Alkohol. Dieser ist in JHW-018 nicht vorhanden und aufgrund der chemischen Struktur des Moleküls auch nicht mal so eben synthetisierbar von unserer Leber. Daher ist eine Ausscheidung in Verbindung mit Glucuronsäure nicht so einfach hier…
Gruß, Murphy
@Judbox:
Ich habe mehrfach gehört, dass Spice-Tee aktiv sein soll und schenke dieser Idee trotz anhaltender Skepsis Glauben. Um ehrlich zu sein: Ich weiß es nicht! Ich möchte nicht unnötig wild rumspekulieren ohne meine Theorien mit Fakten belegen zu können, daher: Ich weiß es nicht.
Eine Idee (aber mehr auch nicht) wäre es, dass am Ende noch andere synthetische Cannabinoide zugegen sind. Es wurde unter anderem mehrfach die Frage geäußert, weshalb die eine Spice-Sorte (…Name gerade vergessen) in der Praxis länger zu wirken scheint, wenn doch WENIGER JWH-018 nachgewiesen wurde. Auch hier reine Mutmaßung: Eventuell sind noch andere aktive Stoffe anwesend.
Eine Grundregel in der Analytik ist (laut meinem Biotechnology-Prof.):
“You only find what you screen find!”
Sinngemäß auf deutsch: Man findet nur, wonach man auch sucht. Dass THC Pharm jetzt JWH-018 gefunden hat, liegt nicht primär an derem analytischen Geschick, sondern vor allem an den Substanzen, nach denen geschaut wurde. Und allein von der AAI-Familie sind dutzende, wenn nicht sogar HUNDERTE Derivate bekannt, die allermeisten aktiv bei einer gewissen Dosis. Hinzu kommen noch mindestens 3 ganze SubstanzKLASSEN (also ganze Horden von Verbindungen), die fast alle in Frage kommen. Ich habe zwar in meinem Artikel gesagt, dass JWH-018 eine Ausnahme darstellt (Stichwörter: Billige und einfache Synthese, sowie Lagerstabilität), aber das macht andere Cannabinoide lediglich unwahrscheinlicher ABER SCHLIESST DIESE NICHT aus. In der Tat habe ich persönliche (unveröffentlichte!) Mitteilungen von Mitarbeitern anderer Labore, die vor allem bei den esten Spice-Chargen (also so ca. vor 1-2 Jahren) KEINE AAIs gefunden haben und deren bester Tip CP-55490 (oder ein enger Verwandter) war. Bitte bedenkt, dass ja in einigen der Spice-Produkte gar kein (!!!) JWH-018 gefunden wurde, diese aber trotzdem von den Konsumenten als aktiv befunden wurden. Andere Cannabinoide sind also, trotz Abwesenheit konkreter Befunde, sehr wahrscheinlich.
Auch wenn ich den Handel mit Substanzen stark missbillige, deren Inhalt nicht eindeutig deklariert wurde (Spice wurde vom Hersteller als reines Pflanzenprodukt verkauft!!!), so muss ich wohl leider vom REIN FACHLICHEN Standpunkt meinen Hut vor den Herstellern ziehen: Technisch betrachtet ist Spice wirklich gute Arbeit. Die kommerzielle Erfolg und die relativ späte Entdeckung des eigentlichen aktiven Prinzips in Spice zeigt, wie clever das Ganze durchdacht war…
Trotzdem bleibt es Beschiss am Kunden, und zwar ganz ganz großer!
Gruß, Murphy
Danke für den wirklich guten und ausführlichen Bericht.
Ich hätte da auch mal eine Frage:
Denkst du das in den zahlreichen Produkten die gerade auf dem Markt sind wirklich ALLE mit chemikalien versetzt sind…? Bzw. Denkst du persönlich, als Chemiker, dass es überhaupt möglich wäre eine THC ähnliche wirkung, so wie die des JWH-018 im spice, mit natürlichen stoffen nachbilden zu können?
Von Konsumenten wird auch “Smoke” und “Spice” als unterschiedlich in der Wirkung beschrieben.
Smoke soll schneller anfluten an und schneller wieder abgeklingen,
Spice hingegen soll erst nach Minuten wirken und sich sehr langsam aufbauen.
Als Tee soll der Unterschied noch deutlicher sein als beim Rauchen.
Die Konsumform des Tees ist durch genügend verlässliche Quellen als sehr wirksamm bewießen.
@Murphy @all
Ich könnte mir schon vorstellen, dass Spice bzw. JWH-018 als Tee wirkung zeigt. JWH-018 ist doch fettlöslich und viele Spice-Tee-Trinker scheinen Ihren Tee mit Milch oder sogar Sahne zu verfeinern.
Hinzu kommt, dass viele nicht nur den gefilterten Sud trinken (wobei sogar hier JWH-018 den Filter evtl. passiert) sondern auch die Kräuter “mitschlucken”. Ein wenig Fett hat man fast immer im Magen.
Die unterschiedlichen Wikungen der Spice Varianten und Derivate anderer Hersteller mögen zum einen an der schwankenden Wirkstoffkonzentration liegen, vielleicht aber auch tatsächlich an einem Zusammenspiel weitere Cannbinoide.
Nachdem aber auch in Österreich JWH-018 in Spice gefunden wurde, kann man wohl relativ sicher davon ausgehen, dass es auch enthalten ist. Allein das ist schon eine Frechheit bei einem “rein pflanzlichen” Produkt.
Hey Murphy!
vielen Dank für diese wirklich wichtigen Infos. Kursieren ja gottseidank schon in genügend Drogenforen aber eben genau diese Reaktion der User auf solche Infos lässt es leider wieder nicht anders zu das Zeug präventiv zu verbieten. Darf gar net an die ganzen Kids denken die sich beutelweise das zeug durch die Bong geben..Für mich gehören die Hersteller in den Knast, ne Räuchermischung nicht zum Verzehr geeignet tzzzzzz…Klar wurde das Produkt “mißbraucht” aber auf solch ne Art un Weise wahrscheinlich Millionen abzuzocken geht nach meiner Nase mal gar nicht. Hoff die kriegen abschrenkende Strafen die Jungs, wobeis wohl spannend bleibt ob man sie überhaupt belangen kann.
Neeneenee, rein philosophisch betrachtet ist das für mich nur ein weiteres trauriges zeichen wie sehr die Menschen darauf aus sind aus ihrem Leben, ihrem Alltag, ihrer Realtität zu entfliehen-koste es was es wolle und wenns das Leben ist..
Bitte weiter so, falls es noch mehr Infos geben sollte zu den besagten Wirkstoff oder wenn noch nen andrer Dreck dadrin gefunden wird. Thx auch an Pierre !!
LG
M
Ein Tee soll auch ohne Milch, Sahne oder anderem aktiv sein.
Das das JHW-018 einfach durch einen Filter in Magen gelangt und dann genauso wirken soll halte ich für unwarscheinlich da “Spice” oral eingenommen eine viel schwächeren Effekt haben soll als der “Tee-Konsum”.
Das Wasser muss also irgendeinen Stoff lösen…
@Judebox:
Evtl. sind ja wirklich noch weitere Cannabinoide beteiligt.
Zudem kommt es auch drauf an, in welcher Weise das JWH-018 auf die Spice-Kräuter aufgebracht wurde. Es kann ja durchaus sein, dass durch das heiße Wasser der Wirkstoff zwar nicht in Lösung gerät, jedoch von den Kräutern getrennt wird, und erst so die Gelegenheit hat, sich in Öl zu lösen und zu wirken. Das würde erklären, warum “einfach geschlucktes” Spice kaum wirkt.
Danke für diese Abhandlung. Auch wenn ich als Mathematiker nicht ausreichend auf diesem Gebiet geschult bin um alles genau im Detail zu verstehen hat mich dieser Beitrag doch von einem eventuellen “Selbstversuch” abgebracht. Es ist bedauerlich welche Risiken offensichtlich in Kauf genommen werden nur um die manchmal durchaus angenehmen Eigenschaften des “Originals” biochemisch zu reproduzieren.
@Cr1minal:
Nach meinem Wissen gibt es keinen Naturstoff, welcher auc nur halbwegs so aktiv an den Cannabinoid-Rezeptoren ist, wie THC. Erstaunlicherweise wurden natürliche Cannabinoide bisher auch nur in Cannabis, also Hanf, gefunden. Selbst verwandte Arten, wie z.B. Hopfen, sind freu davon. Daher ist es meiner Meinung nach nicht möglich, auf natürlichem Wege einen Rausch zu erzeugen, der sich wie Gras anfühlt….Mit synthetischen Versionen hingegen schon! Diese Verbindungen lassen sich theoretisch so “feintunen”, dass Anflutgeschwindigkeit, Dauer und Qualität der Wirkung der von THC sehr nahe kommen, im “Idealfall” sogar zum Verwechseln ähnlich sind. Welche Derivate das nun GENAU wären, kann ich nicht sagen, da die Anzahl der veröffentlichten AAIs recht groß ist.
Zum dem Spice-Tee:
Ich gebe zu, dass ich vermutlich zu strikt in meiner Aussage war. Löslichkeit ist selten ein “Alles-oder-Nichts”-Prinzip. Dass eine Verbindung als “fettlöslich” bezeichnet wird, heißt nicht, dass sie sich in Wasser gar nicht löst. Es löst sich eben nur sehr sehr wenig. Aber das sollte bei so potenten Verbindungen wie den zuvor besprochenen auch reichen. Daher hat Pierre Markuse mit seinen Erläuterungen, weshalb Spice als Tee nachgewiesenermaßen aktiv ist, auf jeden Fall Recht!
Ein praktisches Beispiel soll das noch untermauern: Die meisten Kräutertees (ich rede jetzt wirklich nur von Minze, Melisse & Co) erhalten ihr Aroma durch sogenannte etherische Öle (manchmal noch “ätherisch” geschrieben). Diese sind fast alle durch die Bank weg fettlösliche Substanzen, und lösen sich daher relativ schlecht in Wasser. Trotzdem schmeckt Pfefferminztee nach Minze… Wie man sieht, reicht die Löslichkeit am Ende aus, um einen Effekt zu erzielen.
Gruß, Murphy
Ich hab in einem russischen Forum (indem du auch aktiv zu sein scheinst murphy)diverse Diskussionen über die AAI Reihe verfolgt… Das scheint ja in chemiker Kreisen wirklich ein offenes Geheimnis zu sein!
Theoretisch müsste die Psyche Deli allein schon rechtlich belangbar sein, da JWH-018 unter Patent steht, sehe ich das richtig?
Was mich persönlich aufregt, ist das ich jetzt praktisch keine Herbal mixes mehr kaufen kann da sie alle mit Chemie vermischt sein können
Ich hab’ das überteuerte Zeug nie ausprobiert und interessiere mich nur aus wiss. Gründen für den Themenkomplex.
Der Punkt mit dem Online-Vendor, der behauptet das reine JWH sei braun ist mir auch sehr merkwürdig vorgekommmen (ich hatte bis vor 5min. keine Ahnung, dass reines JWH weiß ist):
Da wird behauptet das Zeug sei bräunlich würde aber mit sukzessiver zerkleinerung immer heller. Gezeigt wird ein Photo ähnlich wie obiges mit einem Würfel JWH neben JWH-Pulver (natürlich überhaupt nicht “heller” geworden…).
Dagegen ist in die alternativen Kreisen gebashte “Pharma-Lobby” eher harmlos.
@UnkrautEx
Das Foto kenne ich. Stellt sich die Frage, ob die Händler es mit der Farbe einfach nicht besser wissen, oder gezielt in die Irre führen.
Falls jemand mitliest, der ein Foto von reinem JWH-018 hat/machen/besorgen kann, soll es doch bitte an mich schicken. Bitte jedoch nur Fotos, an denen Ihr auch die Rechte besitzt, damit ich es hier veröffentlichen kann.
Ich bitte Dich!
Wenn man schon so einen Mist behauptet dann weiß man das der “erfahrene User” von “Research Chemicals” evtl. skeptisch sein könnte. Dann sagt man ihm halt: “Die Farbe die Dir evtl. komisch vorkommt ist Okay, das Zeug ist rein Du siehts das wenn Du es nur stark genug zerkleinerst und stark genug dran glaubst”.
Ansonsten würde man sagen das Zeug ist als Reinstoff orange oder so.
Naja, ich will mal nicht direkt unterstellen, dass Händler mit Absicht in die Irre führen. Oft wird es so sein, dass die Lieferanten und Hersteller so etwas wissen, der Verkäufer im Shop aber auch keine Ahnung hat und halt glaubt, was der Lieferant ihm sagt oder in die Produktbeschreibung schreibt.
Okay, hast recht der Vendor is komplett ahnungslos und hat einfach die Angabe von der vertrauenswürdigen chin. Chemieindustrie übernommen (war irgendwas mit einer Melaminüberproduktion die dann im Essen aufgetaucht ist?)
xxx FineTech Chemical Co.,LTD
übernommen.
Ich spekuliere mal, dass die Spice Typen das JWH ein wenig aufgearbeiet haben (–>hoher Preis) und daher (achtung noch mehr Spekulation) auch gewisse Toluol-Rückstände (etc.) stammen könnten, die aber vergleichsweise harmlos ein dürften.
Davon ab gelten Darwin’s Prinzipien…
Ich sagte nicht, dass er komplett ahnungslos ist. Man weiß es eben nicht.
Ich bin hier bestimmt der ungebildedste Leser, aber ich muss jetzt auch was dazu sagen:
Ich bin taeglicher Cannabis raucher, und bin eigentlich uninteresiert an Spice, da es das original gibt, habe aber spice schon konsumiert und muss sagen das die wirkung wirklich sehr aehnlich ist,
nun aber zur zusammensetzung, ich denke nicht das chemische stoffe die einzigen wirkstoffe sind, denn ich kenne die zusammensetzung der “Hausmarke” von einem befreundeten headshopbetreiber. darin wird ein Kräutermix als rauchbare basis verwendet und das ganze mit kräuterextrakten beträufelt die die eigentliche wirkung entfalten, darunter sind extrakte wie zb. 15x konzentriertes salvia divinorium, 50x konz. marhiuhanilla, kratom usw.
es ist also gut moeglich das spice erst in kombination von jwh-018 usw. und diesen extrakten so wirkt wie es wirkt.
auch waeren die extrakte eine erklaerung fuer die wirksamkeit des spice-tees
Mir ist ein Fehler in meinem Artikel aufgefallen: Die korrekte Adresse des Forums aus Quelle [6] muss lauten:
http://www.bluelight.ru
Ich habe fälschlicherweise .com angegeben.
Gruß, Murphy
hi, ich wollte frage ob JHW-018 negative folgen für diabetiker haben kann. Z.B. das man nach dem konsum einen so genannenten “unterzucker” bekommen kann, bei dem der Blutzucker unter 80 geratet. Gibt es irgendwelche folgen für Diabetiker und verursacht JHW-018 auch bei anderen beschwerden wie z.B. Blut hochdruck komplikationen?
Interessante Frage Frosch. Schau dazu mal hier rein: http://www.cannabismd.net/diabetes/
“Dies ist der Grund, weshalb bis heute kein Cannabis-Toter berichtet wurde, zumindest nicht bezogen auf den unmittelbaren Konsum. Dies steht im krassen Gegensatz zu anderen Substanzen, wie z.B. Heroin, Kokain und Amphetamin (um nur mal 3 der bekanntesten Drogen zu nennen), an denen man sich allesamt tödlich vergiften kann”
Das ist ja wieder typisch nur illegale Drogen werden genannt was ist den mit Alkohol, wie toxisch ist der denn? Ich würde ihn gleichsetzen mit Heroin, besonders was die Entzugserscheinungen angeht…..Also wieder die alte Schiene, kommt ein neu berauschendes Mittel was eventuell auch nicht gerade Gesund sein muss, wird es direkt als erstes mit Heroin verglichen anstatt mal mit Kaffee oder Alkohol oder Nikotin.
@R-OH:
In dem von dir zitierten Abschnitt ging es mir primär um die akuten (!) Effekte einer Substanz, mit Betonung auf der lebensgefährlichen Wirkung. Und ich gebe dir Recht: Da kann man Alkohol getrost mit einreihen. Es gibt allein in Deutschland jedes Jahr so einige Leute (…keine Zahlen zur Hand), die sich “totsaufen”.
Da Nikotin in unseren Breiten fast ausschließlich geraucht wird (Zigaretten und andere Tabakprodukte), ist eine tödliche Überdosierung schon schwieriger (aber nicht unmöglich!!!). Beim Rauchen konsumiert man die entsprechende Dosis nach und nach, und die Wirkung tritt in der Regel sehr schnell ein. Dies sorgt bei einer leichten bis mäßigen Überdosierung für sehr schnell spürbare Nebenwirkungen, weshalb der Konsum meist eingestellt wird und tödliche Vergiftungen i.d.R. ausbleiben (Unfälle, z.B. von Kleinkindern gegessene Zigaretten, schließe ich hier aus, da es mir vor allem um den bewussten Konsum bei Erwachsenen geht).
Vergleiche dazu Alkohol: “Flatrate-” oder “Koma-Saufen” waren dieses Jahr wiederholt Stichwörter in der Presse. Dabei wird eine große Menge Alkohol in sehr kurzer Zeit konsumiert. Der Konsument nimmt also eine mitunter letale bzw. lebensdrohliche Dosis mit einem Mal zu sich, was ein Abbrechen des Rausches unmöglich gestaltet.
Tödliche Überdosierungen mit Koffein sind auch eine ziemliche Seltenheit. Die Gründe dafür sind ähnlich wie bei Nikotin geschildert.
Alkohol gehört auf jeden Fall in die zitierte Aufzählung rein, Nikotin und Koffein nicht im engeren Sinne, obwohl die Möglichkeit einer tödlichen Wirkung besteht. Sobald man über Langzeitschäden redet oder über andere negative Seiten wie z.B. das Abhängigkeitspotential, verschiebt sich das Bild deutlich.
Ich weise außerdem darauf hin, dass man die Anzahl der Toten immer in Relation zur Anzahl der absoluten Konsumenten sehen muss. Und da rangiert vor allem Heroin leider sehr weit vorne…
Um es in aller Deutlichkeit zu sagen: Die Beschränkung der genannten Beispiele auf 3 der bekanntesten illegalen Drogen schließt die legalen Substanzen aus dem diskutierten Zusammenhang NICHT aus!
Gruß, Murphy
@Frosch:
Auswirkungen auf Diabetes sind mir im Moment nicht bekannt, aber ich werde sehen, ob ich Informationen finden kann, insbesondere in Bezug auf den Blutzuckerspiegel oder Bluthochdruck.
Ein Detail, welches mir allerdings sofort in den Sinn kommt: Cannabis-Konsumenten berichten mit sehr hoher Frequenz von gesteigertem Appetit bei einem Rausch, häufig “Fress-Flash” genannt. Ich kann nur mutmaßen inwiefern dies für einen Diabetiker relevant werden könnte. Man kann den “Flash” sehr wohl kontrollieren (Cannabis raubt einem schließlich nicht die Sinne, wie es einige Aufklärungsbroschüren gerne behaupten), aber ich denke, es nimmt dem Rausch eventuell etwas von seiner Qualität, wenn man sich ihm nicht in allen Aspekten unbekümmert hingeben kann. Dies reflektiert aber eher meine persönliche Meinung und soll keine absolute Aussage darstellen.
Gruß, Murphy
@Frosch, Update:
Soweit ich herausfinden konnte, stellen Cannabinoide anscheinend kein akutes Problem für Diabetiker dar, vor allem in Bezug auf den Blutzuckerspiegel. Trotzdem sollte man als Diabetiker gezielt darauf achten, nicht dem plötzlichen Appetit zu verfallen.
Ein sehr aktueller Befund stammt aus dem Fachjournal “Diabetologia” (Jahr: 2008), Ausgabe: 51(3), Seiten: 76-487). In diesem Artikel berichten die Autoren über die Entdeckung sowohl von CB1- als auch CB2-Rezeptoren in den Langerhans’schen Inseln der Bauchspeicheldrüse. Dabei handelt es sich um den Ort der Insulin-Synthese in unserem Körper. Auch konnten 2 der Enzyme nachgewiesen werden, die unsere körpereigenen Cannabinoide herstellen. Es spricht also alles dafür, dass unsere Bauchspeicheldrüse Teil des cannabinoiden Systems des Körpers ist und daher Marihuana und synthetische Variation einen Einfluss ausüben werden. Einziger Haken an der Sache: Man weiß bisher nicht was für ein Einfluss das ist. (ich bitte zu beachten, dass der zitierte Artikel von diesem Jahr stammt!) Alles weitere ist zum jetzigen Zeitpunkt Spekulation.
Da dies nicht mehr ganz zum Thema gehört würde ich die weitere Diskussion gerne auf http://www.bluelight.ru verlagern (dort: “Advanced Drug Discussion”). Ist allerdings ausschließlich auf englisch.
Gruß, Murphy
…ich meine natürlich nur die Diskussion inkl. der Themen “Diabetes” & “Bluthochdruck” etc. Für Fragen und Kommentare zu meinem Artikel stehe ich natürlich nach wie vor hier zur Verfügung!
- Murphy
Über den Einflulss von Cannabinoiden auf den Kreislauf findet man hier noch ein paar Informationen:
The complexities of the cardiovascular actions of cannabinoids
Michael D Randall, David A Kendall and Saoirse O’Sullivan
http://www.pubmedcentral.nih.gov/articlerender.fcgi?artid=1574918
Ist zwar englisch aber informativ, Einfluss auf den Blutdruck ist durch Cannabinoide also gegeben.
also auf Pierre’s link habe ich erfahren das Cannabinoids auf den Blutzucker nicht nur durch den “fress-flash” wirkungen hat sonder alein durch den stoff. interessant fande ich das sie leute versucht haben mit Cannabis zu behandeln, statt insulin. Leider wurde meine eigendliche frage nicht wirklich beantwortet, welche auswirkungen hat nun JHW-018 auf den Blutzucker, denn ich kann mir nicht vorstellen das JHW-018 genau so reagiert wie Cannabinoids.
gruß Frosch
PS: sry das ich das thema hier noch mal anspreche, hoffe das das okay ist.
@Frosch: Klar ist das OK.
JHW-018 ist ein Cannabinoid. Und genaue Studien dazu scheint es nicht zu geben. Hinzu kommt die Möglichkeit, dass nicht alle Cannabinoide die gleiche Wirkung auf den Blutzuckerspiegel haben haben.
Vielleicht fragst Du mal in einem passendem Forum, ob es dort Diabetiker gibt, und wie Ihre Erfahrungen nach dem Konsum von THC oder JWH-018 aussehen.
Die von dir angesprochene Behandlung mit THC diente bei den Diabetikern der Stressreduktion, um den BZ langfristig besser in den Griff zu bekommen, sie war nicht dazu gedacht direkt den BZ zu beeinflussen!
@Frosch: Meine momentane Nachforschung hat ergeben, dass man mitnichten alle Cannabinoide über einen Kamm scheren darf, in Bezug auf die Wirkung, die sie verursachen. Verschiedene Substanzen können tatsächlich verschiedene Reaktionen an demselben (!) Rezeptor hervorrufen. So konnte z.B. für HU-210 (synthetisches Cannabinoid mit großer struktureller Ähnlichkeit zu THC) gezeigt werden, dass die “biochemische Antwort” der Zelle nicht komplett identisch ausfiel im Vergleich zur Antwort auf WIN 55,212-2 (ein AAI, siehe Artikel oben). Und das, obwohl beide über den CB1-Rezeptor als Agonist wirkten! Auch wenn die gefühlte Wirkung auf den Menschen im ersten Moment zum Verwechseln ähnlich sein mag, so gibt es dennoch zahlreiche Reaktionen im Körper, von denen man bewusst nicht viel mitbekommt.
Bevor jemand Panik bekommt
: Zumindest was Cannabis selbst angeht sind mir keine Probleme hinsichtlich Diabetes bekannt. Bei chronischem Gebrauch wird es vermutlich zu Effekten kommen, dann aber auch ist der dauerhafte Konsum von fast allen körperfremden Substanzen nicht empfehlenswert, sofern es sich nicht in irgendeiner Weise um Nahrung/Vitamine/Mineralien/etc. handelt. Unser Organismus ist nicht dafür gemacht, permanent vergiftet zu werden (…denn unser Körper behandelt alle Stoffe entweder als “Baustoff” oder als Gift, um es in einfache Worte zu kleiden).
Gruß, Murphy
Hi!
Erstmal vielen vielen Dank für diesen sehr guten Artikel! Ich bin echt froh, dass seriöse und gleichzeitig neutrale und kompetente Menschen sich diese Mühe machen, uns aufzuklären!
Mir stellt sich eigentlich nur noch eine Frage: Ist es bekannt wie “stark” krebserregend die Substanz JHW-015 ist? Also kann man ganz grob sagen ob es krebserregender ist, zB eine Portion Spice zu rauchen oder 20 Zigaretten pro Tag?
Ich weiß man kann das nicht pauschalisieren und es macht sicher einen Unterschied, ob man das zeug raucht oder oral konsumiert aber es wäre schon gut, wenigstens einen groben Punkt zu haben den man anpeilen könnte.
Es gibt keine neutralen und serioesen Menschen.
Aber mehr oder weniger kompetente, das ist richtig.
@501:
Sorry, aber derartige Vergleiche sind leider nicht so leicht möglich…
Ja dachte ich… naja trotzdem danke
Genau das würde mich auch interessieren und ich finde es schade, dass es darüber noch keine Erkenntnisse gibt.
Denn wenn man mal bedenkt, was heute alles Krebseregend ist… Die Frage ist nur, in wie fern. Ebenso können gibt es auch nicht wenige Pflanzen, die toxisch wirken.
Nur gehe ich davon aus, dass eine genaue Aussage dazu in ferner Zukunft auch nicht möglich sein wird. Das finden dann die ganzen Leute raus, die das Zeug täglich rauchen.
Denn dazu sind Langzeitstudien erforderlich, die, wie so oft, erst der nächsten Generation hilfreich sein werden.
Und wenn ich das Zeug rauchen würde, würde ich auch hoffen, dass so schnell kein Krankheitsfall auftaucht, der auf JWH-XXX zurückzuführen ist.
Denn so schneller dies passiert, umso giftiger wird das Zeug wohl sein.
Du hast recht Dennis, aber ich muss sagen heute gibt es wirklich viele stoffe die krebserregend sind ( z.B. Cola Light… ), aber ich würde auch sagen das sich der Körper mit der zeit ( also gernerationen ) an diese Stoffe gewöhnt und sich dagegen wehrt. jemand der nicht mit cola und co. aufgewachsen ist würde sicher einen viel höheres risiko haben an Krebs zu erkranken als einer der mit Cola und co. aufgewachsen ist.
Dies ist allerdings nur eine Theorie meiner seits^^
gruß Frosch
[...] und interdisziplinäre Drogenforschung besprochen. Die bisher besten Informationen fand ich bei Pierre Markuse, der sich auch mit John W. Huffman Kontakt aufnahm, dem Autor der einzigen wissenschaftlichen [...]
Eher vom eigentlichen Thema abweichend:
“Es ist ungewiss von welcher Reinheit das in Spice verarbeitete TWH-018 ist, auch evtl. Verunreinigungen könnten gesundheitsschädlich sein”
TWH-018 sollte wohl JWH-018 heißen.
Hallo zusammen ich kann nur warnen von Spice sowie Smoke ,da ich weiter weg gezogen bin und keine Leute kenne wo ich mir Weed besorgen kann bin ich auf Smoke sowie Spice umgestiegen und rauchte wöchentlich ca 2-3 je 3g Packs .
Das ganze erst 4-5 Wochen .
In der Zwischenzeit habe ich kaum noch Hunger Magenprobleme sowie dauerhafte Kältegefühle und Brechreiz.
Es es einfach nur wahnsinn das so ein Gift nicht sofort verboten wird aber Weed Illegal ist was bei mir nach 5 Jahren 0 Nebenwirkungen zeigte und Spice / Smoke schon extreme nach 5 Wochen.
mfg
vielen dank! ich ich der person über mir recht geben, es ist verwunderlich das spice legal ist, ABER man kann dem staat nicht wirklich einen vorwurf machen, da man ja nicht weis/wusste was JWH-18 bewirkt… dazu muss man aber sagen, das diese shymtome ( sry wegen rechtschreibung^^ ) nicht umbedingt nur aleine oder durch JHW-18 hervortreten, es könnte sein das du an irgendeiner anderen krankheit, z.B. Magendamgrippe oder etwas andrem leidest. ich würde dir raten einen Arzt auf zu suchen!!!
Ich möchte euch aber sagen das ich nur ein “unwissender” Junge (17) bin und ich hoffe das ich nicht müll erzähle.
gruß Frosch
Vielen Dank für den ausführlichen Artikel aus Sicht der Chemie, dennoch leicht verständlich geschrieben.
Ein paar Fragen habe ich dazu noch:
Unter der Annahme, dass JHW-18 nur fettlöslich ist und eine lange Abbaurate im Körper besitzt, wie kann es dann in der Leber/Niere abgebaut/gelöst werden?
Könnte es dann sein, dass man nach eine gewissen JHW-18-Konsumzeit ein JHW-18-Reservoir im Körper hat, dass nach dem Konsum von alkohol/fettreichen Getränken/Essen sich im Körper löst und “reaktiv” wird? (Klassischer Flashback)
Wieso wird nach Konsum der “Smoke” Kräutermischung über keinerlei körperliche Nebenwirkungen geklagt / wie z.B. Abgeschlagenheit (im Gegensatz zu Spice Gold).
Vielen Dank für diesen Artikel auch von meiner Seite!
Hallo,
habe noch eine Frage, die du vllt. beantworten kannst. In den Medien heisst es derzeit, dass JWH-018 “vier mal stärker” als THC sei. Ich (als Nicht-Chemiker) kann diese Argumentation nicht ganz nachvollziehen und finde es sehr schwierig unterschiedliche Wirkstoffe anhand ihrer Wirkung auf den menschlichen Körper zu klassifizieren. Es sagt doch auch niemand LSD ist 3,4x stärker als THC – wie kommt man auf solche Zahlen welche Faktoren könnten die Grundlage bilden?
Danke im voraus!
Das mit dem “vier mal stärker” (wie wird hier überhaupt “stark” definiert?) ist wohl ein grober Versuch eines Vergleiches gewesen.
Meines Erachtens kann man solche Aussagen gar nicht pauschal treffen, denn es werden dabei keinerlei Annahmen gesetzt. Im Übrigen ist das Wirkungsspektrum von Person zu Person auch immer anders. Es soll ja sogar Menschen geben, die auf THC scheinbar immun sind.
vlt die dosis die für einen vergelichbaren trip reicht?
Ich versuche mal die Fragen zu beantworten, so gut ich kann:
1. Ich weiß nicht genau, wie lange JWH-018 im Fettgewebe verweilt. Aber die Struktur läßt vermuten, dass es wohl im Zeitrahmen von THC liegen sollte. ICh habe dafür aber keine Daten und es ist nur eine Schätzung! Das heißt bei einmaligem Konsum: Einige Tage. Bei chronischen Konsum: Bis zu mehreren Wochen! Dass man bei größeren eingelagertern Mengen keinen Flasback bekommt, liegt daran, dass die Substanz (ganz wie bei THC) in sehr kleinen Mengen nach und nach ins Blut abgegeben wird. Dadurch hat man also einen konstanten, aber sehr niedrigen Spiegel. An sowas gewöhnt sich der Körper recht schnell, so dass man keine Effekte verspürt. Ein spontanes Freisetzen größerer Mengen (…was dann einen Flasback auslösen könnte) ist eigentlich nur vorstellbar, wenn man in sehr kurzer Zeit sehr viel Gewicht verliert. In anderen Worten: Extreme sportliche Betätigung und/oder Fasten in kurzer Zeit. Noch ein Kommentar zum Thema Flasbacks: Nach meiner Kenntnis treten diese vor allem bei den klassischen Halluzinogen auf (z.B. LSD, Psilocybin). Der Mechanismus dafür ist nicht (!) geklärt, aber es ist recht sicher, dass es zumindest nicht an im Fettgewebe gespeicherten Mengen liegen kann. Dafür werden diese Substanzen einfach zu schnell im Körper abgebaut und sind auch nicht ausreichend fettlöslich.
2. Die Aussage “JWH-018 ist 4mal stärker als THC” wurde aus molekular-biologischen Experimenten gewonnen. Dafür nimmt man Zellen, in die gentechnologisch die Informationen für die CB1- bzw. CB2-Rezeptoren gebracht wurden. Diese Zellen (nicht unbedingt menschliche, aber das stört hier nicht) haben also auf ihrer Oberfläche Cannabinoid-Rezeptoren. Hinzu kommt nun eine Standardsubstanz, die an die Rezeptoren bindet. Dann gibt man ein anderes Cannabinoid hinzu und misst die Menge an Standard, die durch die 2. Substanz verdrängt wurde. Dadurch weiß man dann, wie stark eine Substanz an die Rezeptoren bindet. Wenn man nicht nur die Stärke der Bindung (“Affinität”) messen will, sondern auch noch die Effektivität, mit der die Rezeptoren aktiviert werden (“Aktivität”), dann schaut man eher nach der biochemischen Antwort IN den Zellen. Dazu ein Hinweis: Nur weil eine Substanz an irgendeinen Rezeptor bindet, heißt das nicht automatisch, dass der Rezeptor auch aktiviert wird. Daher die Unterscheidung in “Affinität” und “Aktivität”. Dadurch ergeben sich dann am Ende Aussagen wie “Substanz XYZ wirkt 4mal stärker als THC”, wenn z.B. die Reaktion in der Zelle 4mal stärker ist, obwohl gleiche Konzentrationen getestet wurden. Der Vergleich “THC vs. LSD” macht keinen Sinn, da LSD nicht an den Cannabinoid-Rezeptoren angreift und THC nicht an den Rezeptoren, über die LSD seine Wirkung entfaltet. Die beiden Substanzen sind also in der Tat nicht vergleichbar.
3. Die Unterschiede in der Wirkung der einzelnen Spice-Produkte bzw. der Plagiate könnten eventuell daran liegen, dass noch andere synthetische Cannabinoide beteiligt sind. Man darf nicht vergessen, dass der Befund von THC Pharm eher durch Zufall gelungen ist, als durch gezielte Nachforschung. Wer weiß, was noch so in diesen Räuchermischungen steckt…
Es gibt übrigens neue Informationen speziell zum Thema “krebserregende Wirkung”. Ich habe sie noch nicht im Detail gelesen, werde aber so bald wie möglich (d.h. nach der Silvester-Party heute Abend) eine Zusammenfassung auf deutsch Pierre zukommen lassen, damit er sie hier zur Diskussion hinzufügen kann. In aller Kürze: Mit einem etwas fortschrittlicheren Testsystem als dem zuvor erwähnten(siehe mein Artikel oben) konnte die krebserregende Wirkung zunächst nicht bestätigt werden. Das soll keine (!) pauschale Entwarnung sein, aber erstmal ein Grund zum Aufatmen.
Ich wünsche allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Mit den besten Grüßen,
Murphy Clox
Bin gespannt auf die neuen Informationen zum karzinogenen Potential. Habe auch einige Dokumente zu Versuchen mit JWH-018 gefunden, bin mir aber in keiner Weise sicher, wie glaubwürdig diese sind. Wünsche ebenfalls allen Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr!
@dr. gonzo:
Die verschiedenen Kräutermischungen enthalten ja nicht nur das synthetische Cannabinoid JWH-018 als pharmazeutisch wirksamen Stoff.
Es könntten noch andere Cannabinoide beigemischt worden sein.
Außerdem sollte man nicht vergessen, dass die eigentlichen Kräuter ja auch (wenn auch nur sehr subtil) wirken.
magenprobleme oder ähnliches könnten also zum Beispiel auch von den verwendeten Kräutern, bzw deren Konzentration (Extrakte usw), abhängig sein.
Respekt! Solch eine Aufklärung würde ich mir vom Staat wünschen! Thx to Murphy Clox
Hi Murphy,
auch von mir: Respekt ! Toller Aufklärungsbericht. Sollte wirklich jeder potentielle Konsument mal gelesen haben.
Ich selbst habe Spice noch nicht konsumiert, habe aber überlegt es zumindest mal auszuprobiern.
Auch wenn viele die Augen gerne vor einer kritischen Betrachtung verschließen, zumindest mich hast du überzeugt vorerst die Finger davon zu lassen.
Danke
Gut recherchierter Artikel, Murphy Clox. Aber trotzdem, etwas langsamer mit der ‘endgueltigen’ Schluessen:
1) Zur ‘Verfuegbarkeit’ der Substanz im Koerper: Korrekt, bis dato nichts bekannt. Von der Struktur ist die Substanz sehr fettloeslich. Wie gut (oder schlecht) wasserloelich sie aber ist, laesst sich daraus aber noch nicht ablesen, ueberhaupt ueber die Wasserloeslichkeit in HEISSEM Wasser (Tee), die koennte durchwegs ausreichend sein!
2) Ueber die Langlebigkeit im Koerper (nach Aufnahme) laesst sich genausowenig aussagen: Die Lipophilie (Fettloeslichkeit)bedingt noch lange nicht Langlebigkeit! Es kann sehr leicht moeglich sein, dass JWH-018 nach Aufnahme in das Blut sofort und sehr rasch in der Leber abgebaut wird (metabolisiert) wird (das sollte Murphy wissen!), was (anders als bei THC)eine relativ kurze Aufenthaltszeit bedeuten KANN, es dazu bis dato keine Untersuchungen bekannt sind.
3) Zur Kanzerogenitaet: Ohne die Substanz als sicher einzustufer, laesst sich ueber das Gegenteil genausowenig aussagen. Wie aus der Struktur ersichtlich (und im Vergleich zu dem gut recherchierten JWH-015) wird die Spaltung wahrscheinlich primaer am Doppelring (Naphthylring) erfolgen zu einem hydroxilierten Naphthalin (Naphthol) und dann weiter zu dem Glucuronid. Ob und welchem Ausmass diese Verbindugen tatsaechlich kanzerogen sind, ist reine Spekulation. Es gibt zugelassene Medikamente, die in ihrem Abbau ebenso ueber ein Naphthol fuehren und deshalb noch nicht kreberregend sind!
4) Zur Farbe und Verunreinigungen: Wenn man den Kommentar von Prof Hufmann liest, dann spricht dieser von einer ‘gefaerbten Substanz’ nicht von einem weissen Pulver (woher kommt eigentlich diese Information??). Nun mit ein wenig chemischen Verstaendnis ist es nicht verwunderlich, dass auch die Rein-Substanz gefaerbt sein sollte (siehe das UV Spektrum in dem Analysenreport der Firma „THC Pharm“!). Bei einigem Hinsehen kann man auch schliessen, dass die Substanz oxidationsempfindlich ist, auch ein Hinweis fuer die Faerbung. Dafuer spricht auch der Hinweis, dass der Kraeutermischung ‘Spice’ Vitamin E zugefuegt wurde (zur Stabilisierung!).
In Summe, wuerde ich mich nicht trauen etwas ueber die Kurzzeit- wie Langzeittoxizitaet von JWH-018 bzw. ‘Spice’ auszusagen, da eben kaum etwas Gesichertes darueber bekannt ist, wie Prof Hufmann schreibt:’Please emphasize that there are no toxicology data for this compound’.
In diesem Sinne muss man sich der Meinug von Pierre Markuse anschliessen:
‘Um es also ganz klar zu sagen: Die Langzeitfolgen und Gesundheitsrisiken des Spice-Konsums sind völlig unbekannt und nicht einzuschätzen. Überlegt also vorher genau, ob Ihr dieses Risiko eingehen möchtet….’
Hi, was den Metabolismus von JWH-018 angeht, wird vermutlich sogenannte ‘N-Demethylierung’ und ‘omega-1-Hydroxylierung’ stattfinden – also die Kohlenstoffkette am Stickstoff abgeschnitten und am vorletzten Kohlenstoff der Kette eine Hydroxyl (OH)-Gruppe angehaengt. (Ich weiss, beides gleichzeitig geht nicht, wenn die Kette ab ist kann nicht mehr hydroxyliert werden – das sind aber die beiden wahrscheinlichsten Reaktionen, nach dieser Webseite: http://www-ucc.ch.cam.ac.uk/msp/htdocs/); die Hydroxylierung erklaert auch wie die Verbindung wasserloeslicher (hydrophiler) gemacht wird um sie auszuscheiden. Gruss, Alphons
anscheinend muss eine der ersten Studien beendet sein, denn ab dem 22.1.2009 ist Spice in Deutschland verboten. Wir sind das 2 Land nach der Schweiz die den Besitz und den Vertrieb von Spice verbieten. Spice wird mit Cannabis auf eine gleiche stufe in sachen Strafe gestellt. Ich rate den leute die von Cannabis auf Spice umgestiegen sind die aufnahme von drogen zu beenden oder zumindestens lieber wieder Cannabis zu konumieren, denn da weis man was man seinem Körper antut. Ich befürworte den Verbot von Spice, da viele bekannte von mir nichts gutes über die Folgen Berichten. Sie klagen über ein leeres gefühl in Magengegend und Übelkeit. Bei einigen wenigen ( diese haben den sehr viel konusmiert ) sieht man es ihnen förmlich ins gesicht geschrieben, z.B. Schlafstörungen, andauert Erschöpft und bei manchen verändert sich die Gesihtsfarbe, was aber auch auf dem Schlafmangel zurück zu frühren wäre. Ich kann aber beruhigen, die meisten haben sich nach 1 woche und andere nach ca. 3-4 wochen wieder vollständig erholt, raten aber von dem konsum ab. Ich war von anfang an gegen Spice, aber man muss sagen das das Wort “Räuchermischung” relativ Harmlos klingt.
@ Frosch:
Vielleicht ist die Mischung and verschiedenen natuerlichen Cannabinoiden im Hanf doch der Gesundheit vertraeglicher als der Konsum synthetischer Verbindungen die ausschliesslich an den die CB1 oder CB2 Cannabinoid Rezeptor Agonisten binden (Bindung an die Cannabis Rezeptoren im Koerper)….Ganz abgesehen, dass so niedrige Mengen (wenige Milligramm) in der Praxis so gut wie nie ‘ueber den Daumen’ richtig dosiert werden koennen (ohne geeignete Feinwaage), was wahrscheinlich fast immer zu mehr oder minder hohen Ueberdosierungen fuehren kann (im Gegensatz zu Gras, dass ja immer beim Konsum ‘dosiert’ wird!) Also doch besser bei Mutter Natur bleiben!
Gruss, raveR
Ihr seid gut.. auf den Packungen steht doch extra drauf, dass man Spice nicht konsumieren sondern verräuchern soll. Ich benutze Spice seit knapp 3 Monaten (ca. 4-5 Päckchen die Woche) und war sehr zufrieden mit dem angenehmen Aroma.
Wie gefährlich ist das wohl? Dass die leute das direkt rauchen, hab ich ja noch nie gehört!
@BigD :
Ja klar, Du gibst also 500-600€ pro Monat aus, um einen angenehmen Raumduft zu bekommen ??
Dankeschön!
Ich recherchiere jetzt seit ein paar Stunden zu Spice und war so naiv, es zuerst bei offiziellen Seiten von Gesundheitsministerium usw. zu versuchen – warum zum Teufel sind die nicht in der Lage, irgendwas mal mit Argumenten und Kenntnissen zu untermauern? Warum muss mensch sich das auf irgendwelchen Blogs zusammensuchen? Das ist echt n bisschen traurig.
Gut aber, dass ich den Artikel gefunden hab.
Bezugnehmend auf Raver’s Kommentar vom 16.01.09:
zu 1): Die Fett- bzw. Wasserlöslichkeit kann in allerdings vorhergesagt werden! Das gängige Maß ist der sogenannte logP-Wert (Definition gibt’s bei Wiki unter dem Stichwort “Oktanol-Wasser-Verteilungskoeffizient”), welcher auch relativ zuverlässig berechnet werden kann (dann clogP genannt; c steht fürt “computational”). Dies geht unter anderem online unter folgender Adresse: http://www.organic-chemistry.org/prog/peo/
Dieses Tool gibt für JWH-018 ein clogP von 6.08!! Nicht vergessen: Es handelt sich um eine logarithmische Skala. Auch wenn dies “nur” ein berechneter und kein gemessener Wert ist, so ist die Tendenz eindeutig zu erkennen: Die Verbindung ist hochgradig lipophil (d.h. fettlöslich). Da wird auch siedendes Wasser nicht viel ausmachen. Dass SPICE-Tees dann doch mehrfach als aktiv beschrieben wurden, könnte sehr gut daran liegen, dass auch andere (weniger stark fettlösliche) Substanzen in SPICE verarbeitet wurden.
zu 2): Es ist korrekt, dass momentan keine Metabolismus-Studien existieren. Die Erfahrung zeigt aber (d.h. hunderte von bekannten Abbau-Wegen anderer Stoffe!), dass an JWH-018 & 015 einfach zu wenig funktionelle Gruppen dran sind, um eine rasche Metabolisierung wahrscheinlich zu machen. Es ist weitaus realistischer anzunehmen, dass die Substanz relativ lange im Körper verweilen wird.
zu 3): Ja, hier gebe ich voll Recht: OB diese Substanzen krebserzeugend sind, und falls ja, in welchem Maße, ist reine Spekulation. Der untersuchte Stoffwechselweg von JWH-015 läßt diese vermutung aber zu. Auch ist es nicht das Naphthol-Derivat, welches mir Sorgen machen würde, sondern die Epoxid-Vorstufen. Einen ganz ähnlichen Abbauweg hat unter anderem Benzen (=Benzol)!
zu 4): Die Information zur Farbe von JWH-018 stammt (unabhängig voneinander) von 2 befreundeten Chemikern. Der eine hat beruflich mit diesen Substanzen zu tun, der andere hat JWH-018 vor einiger Zeit selbst hergestellt, als es noch legal war in seinem Land (…nicht Deutschland). Aus dem Analysen-Bericht von THC Pharm geht nicht (!!!) eindeutig hervor, welche Verbindung zu den abgebildeten UV/VIS-Spektren gehören soll. Es wird lediglich eine Ähnlichkeit zum Spektrum von Indometacin festgestellt. Des weiteren liegen mir ein Foto vor, welches JWH-200 zeigt. Dieses unterscheidet sich von JWH-018 lediglich in der Alkylkette am Indol-Stickstoff (JWH-018: n-Pentyl, JWH-200: 2-(Morpholin-4-yl)ethyl, so wie in Pravadolin (siehe mein Artikel oben!)). Alkylketten üben lediglich einen relativ schwachen +I-Effekt auf das aromatische System aus, und tragen somit kaum zur Färbung der Substanz bei (d.h. keine nennenswerte Verschiebung des Absorptionsmaximums). Daher sind JWH-200 & 018 in dieser Hinsicht gut vergleichbar, und erstere ist auf meinem Foto schneeweiß! … Ich werde mal sehen, ob sich ein Vergleichsspektrum von JWH-018 finden läßt.
Deinem Abschlusssatz kann ich nur voll und ganz zustimmen: Die tatsächlichen Gesundheitsrisiken dieser Substanzklasse sind im Grunde völlig unbekannt. Ich rate nacht wie vor zur Vorsicht.
Gruß, Murphy
Dr. Bernd Werse vom CDR der Uni Frankfurt sucht für eine Studie Konsumenten von Räuchermischungen, mehr dazu hier: http://www.pierre-markuse.de/2009/05/19/rauchermischungen-konsumenten-gesucht/
wow, echt mal ein gut recherchierter beitrag. Ich hätte nicht gedacht, dass das zeug so gefährlich ist…