Räuchermischungen, Drogenpolitik und Meinungen

Dienstag, 3. März 2009, 18:48, Pierre Markuse - Bei Facebook Teilen - Pierre-Markuse.de bei Twitter URL tweeten!

Räuchermischungen, Drogenpolitik und Meinungen

Ich habe in diesem Blog nun einige Male über Räuchermischungen wie Spice und Scope, Gefahren dieser Mischungen und Meinungen dazu geschrieben.

Interessant fand ich meine letzten Posts zu Scope (hier und hier), und mit interessant meine ich vor allem die Kommentare, die ich erhalten habe. Die Kommentare waren hier weit gestreut (es passiert selten, dass ich Kommentare löschen muss, hier war das leider manchmal nötig, weil es beleidigend wurde). Während einige mir zustimmen, dass Verbraucher ein Recht darauf haben zu wissen, was in Räuchermischungen enthalten ist, weil man nur so einigermaßen das Risiko abschätzen kann, sind viele anderer Meinung.

Recht auf Angabe aller Inhaltsstoffe?

Viele der Kommentatoren glauben, eine genaue Angabe aller Inhaltsstoffe würde zu dem Verbot einiger weiterer Mischungen führen. Sollten die Mischungen verbotene/unbekannte Substanzen enthalten, mag dies vielleicht sogar zutreffen. Aber hat man als Käufer nicht ein Recht darauf, genau dies zu erfahren?

Logisch, Konsumenten der Räuchermischungen sehen eine evtl. Analyse nicht gern. Würde diese doch vielleicht zu einem Verbot der Lieblings-Räuchermischung führen. Ob ein solches Verbot nun gut oder schlecht ist, kann man geteilter Meinung sein. Sicher, auch wenn z.B. synthetische Cannabinoide enthalten sind, sollte jeder selbst wissen, was er mit seinem Körper macht. Das Problem dabei ist: Zu den meisten der synthetischen Cannabinoide gibt es keine Studien zu den Langzeitwirkungen.

Im Prinzip geht man also ein völlig unbekanntes Risiko ein. Hinzu kommt das Gesundheitsrisiko für alle Anwender, die die Räuchermischung wirklich nur als Raumduft zum Verräuchern benutzen. Auch diese (und evtl. Besucher, Kinder, Tiere) atmen diese Inhaltsstoffe ein.

Insofern halte ich es nur für angebracht und fair, die Inhaltsstoffe komplett anzugeben. Argumente wie

“Niemand kauft diese teuren Mischungen, nur um sie dann als Raumduft zu verräuchern.”,

kann man nicht gelten lassen. Es mögen nicht viele Leute sein, aber es gibt sie bestimmt. Und diese, sowie all deren Besucher, sind dann auch allen Inhaltsstoffen der Räuchermischungen ausgesetzt.

Die deutsche Drogenpolitik

Die deutsche Drogenpolitik forciert solche Risiken, weil Sie die Konsumenten von Drogen (abgesehen von Nikotin und Alkohol) kriminalisiert und sie somit zu dieser Geheimnistuerei zwingt. Eine etwas offenere Umgangsweise mit diesem Thema könnte hier sicher Abhilfe schaffen. Ich bin zwar keinsfalls dafür jede Droge zu legalisieren (eben weil viele Leute die Risiken nicht einschätzen können oder die Risiken völlig unbekannt sind), aber auch Verbote von Drogen scheinen nicht wirklich vom Konsum abzuhalten. Der Konsum wird nur risikoreicher, weil die Konsumenten auf Substanzen zweifelhafter Qualität und Herkunft angewiesen sind.

Und im Fall der Räuchermischungen werden – wie im Falle von Spice – sogar Dritte gefährdet indem die eigentliche Droge als “harmloses Produkt” verkauft wird und somit evtl. von völlig ahnungslosen Käufern “konsumiert” wird.

Eine offenere Drogenpolitik mit staatlicher Kontroller wäre evtl. eine Alternative.

Weitere Meinungen und Diskussionen zur Drogenpolitik findet Ihr auch immer bei Steffen Geyer.

Wie ist Eure Meinung dazu? Schreibt einen Kommentar!



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