Hanf – Eine Pflanze, viele Möglichkeiten
Cannabis sativa - Verteufelt und Verkannt

Bild: Jorge Barrios
Hanf – Weg vom „Schmuddelimage“
Liest man in den Medien das Wort „Hanf“, dann meist im Kontext mit Drogen, Kiffern und Kriminalität. Mittlerweile erlebt Hanf aber eine richtige Renaissance, Privatleute und Firmen erkennen, dass Hanf viel mehr als eine Pflanze ist, die man nur rauchen kann. Dieser Sinneswandel geht nur langsam voran, was natürlich an den Vorurteilen in Bezug auf Hanf liegt. In der Politik wird Hanf und seine Legalisierung noch immer sehr kritisch gesehen.
Industrie- und Medizinalhanf
Auf immer mehr Feldern wird Industriehanf angebaut, also Hanf mit geringem Gehalt an THC, welches für den typischen Rausch verantwortlich ist, dieser Industriehanf lässt sich vielseitig einsetzen.

Hanfblatt
Aus Hanf lassen sich z.B. Dämmstoffe herstellen, Seile, Stoffe für Kleidung, Papier sowie Grundstoffe für Lacke oder Waschmittel und noch vieles mehr.
Und auch in der Medizin kann Hanf bei vielen Leiden Linderung verschaffen, ein Effekt den Mediziner in immer mehr Ländern nutzen möchten. In den USA zum Beispiel wird Medizinalhanf in vielen Staaten zur Linderung der Nebenwirkungen einer Chemotherapie eingesetzt.
Mit Aktionen wie dem Hanflabyrinth in Berlin wird die Pflanze sowie deren Möglichkeiten der Bevölkerung nähergebracht. Die Betreiber des Hanflabyrinth schreiben:
Auf der Suche nach dem richtigen Weg werdet ihr Infotafeln finden, die über Botanik, Anbau und Ernte, Vorverarbeitung und natürlich die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten, die der Biorohstoff Hanf liefert, berichten.
Cannabis legalisieren

Georg Wurth

Steffen Geyer
Neben den Anwendungen in Industrie und Medizin, fordern viele Menschen eine Legalisierung des Cannabis-Konsums. Diese Menschen möchten Cannabis gerne als „Recreational drug“ benutzen, so wie andere Menschen das mit Alkohol, Tabak oder Kaffee machen. Die restriktive Drogenpolitik in Deutschland lässt dies jedoch nicht zu, und auch Diskussionen in diesem Bereich sind selten und tragen zumeist keine Früchte. Viel zu oft werden Diskussionen hier emotionell und Vorurteilsbelastet geführt, viel zu wenig Gespräche sind sachlich.
Der Deutsche Hanf Verband
Für die Cannabis-Legalisierung in Deutschland arbeitet zum Beispiel der Deutsche Hanf Verband (DHV). Georg Wurth und Steffen Geyer betreiben hier Lobbyismus in Sachen Legalisierung. Auf den Seiten des DHV findet man viele Informationen über die Aktionen des DHV und anderer Hanf-affiner Organisationen, zudem gibt es natürlich viele Informationen über den Hanf selbst. Ein weiteres Serviceangebot des DHV ist der „Streckmittelmelder“, hier bekommt man aktuelle Informationen über Verunreinigungen von Cannabis mit Streckmitteln, die eine ernste Gefahr für die Gesundheit sein können. Den Streckmittelmelder gibt es hier. Eine kleine Selbstvorstellung des DHV als Video findet man hier.
Georg Wurth und Steffen Geyer sind auch die Autoren des Buches „Rauschzeichen“ in dem es viele wissenswerte Informationen über Cannabis gibt.
Steffen Geyer hat zudem noch eine eigene Webseite, auf der es ebenfalls viele Artikel zum Thema Drogenpolitik und Legalisierung gibt. Auch in den Medien ist Steffen immer wieder ein Fürsprecher in Sachen Hanf.
tv.berlin

So war er kürzlich in zwei Beiträgen bei tv.berlin zu sehen, einmal in Citylife mit Nora Schmidt und danach noch im Frühcafé mit Sarah Maria Breuer.
Sarah Maria Breuer schien von seinen Argumenten angetan, sagte sie doch zum Ende des Interviews:
Gute Argumente hat der Mann!
Beide Beiträge lassen sich auf der Webseite von Steffen Geyer ansehen, alternativ gibt es sie natürlich auch bei tv.berlin. Im ersten Video geht es um das schon erwähnte Hanflabyrinth, das zweite Video spricht auch die verschiedenen Anwendungen des Hanfs an. (Screenshots oben Anklicken um zum Video zu gelangen)
Würde die Legalisierung von Hanf die Zahl der Konsumenten erhöhen?
Einige Politiker und Legalisierungs-Gegner gehen davon aus. Hier wirklich Fakten zu bringen ist ohne Legalisierung und Beobachtung was passiert schwierig. Zu Bedenken ist aber: Wer Hanf konsumieren möchte, hat zumeist auch keine Probleme Hanf zu bekommen, das Verbot hindert also kaum daran, an Hanf zu gelangen. Selbst für Jugendliche ist dies oft überhaupt kein Problem. Sollte Hanf also legalisiert werden, mag die Zahl der Konsumenten vielleicht steigen, wahrscheinlich aber nicht in größerem Umfang. Eine Legalisierung hätte auch Vorteile:
- Steuereinnahmen für den Staat
- Entkriminalisierung der Konsumenten
- Loslösung von „Dealern“ als Bezugsquelle, die oft auch andere Drogen anbieten
- kontrollierte Qualität ohne die Gefahr von Streckmitteln
- Kompetente Beratung beim Verkauf wäre möglich
Wenn vom Staat gewollt, wäre es sogar möglich die Höchstmenge an Hanf zu beschränken, die man täglich/monatlich käuflich erwerben kann. So könnte man zum Beispiel eine personalisierte „Hanf-Card“ einführen, die zu Einkäufen in die zum Verkauf von Hanf autorisierten Shops mitgenommen werden muss. Auf dieser Karte werden die Einkäufe registriert und die Menge festgehalten, Einkäufe ohne Karte sind nicht möglich. Gleichzeitig könnte man in den Shops auch Anlaufstellen für Probleme mit Drogen einrichten und beraten. Genau hier hat man das richtige Publikum.
Eine Legalisierung würde es auch vielen Kranken einfacher machen, mit Medizinalhanf therapiert zu werden.
Hanf-Legalisierung zieht Gesetzesänderung auch in anderen Bereichen nach sich
Auch in anderen Bereichen wären nach Hanf-Legalisierung Gesetzesänderungen nötig. So z.B. im Verkehrsrecht, analog zu Alkohol müssten Grenzwerte für die THC-Konzentration im Blut festgelegt werden, die eine Fahruntüchtigkeit bewirken.
Hanf-Legalisierung nicht nur politisches sondern gesellschaftliches Problem
Die Hanf-Legalisierung ist nicht nur ein politisches, sondern auch ein gesellschaftliches Problem. Selbst wenn der Bundesregierung Fakten vorliegen würden die Beweisen, dass Cannabis völlig unschädlich ist (was es nicht ist), würde es noch immer keine Legalisierung geben. Warum?
Hanf ist gesellschaftlich einfach nicht akzeptiert. Nur wenig Politiker würden die Legalisierung von Hanf ernsthaft vorantreiben wollen, denn ein solches Vorgehen kostet Wählerstimmen. Inzwischen stellen viele Menschen Hanf zwar nicht mehr auf eine Stufe mit Kokain oder Heroin, Vorurteile sind aber da.
Wer sich bei Familenfeiern regelmäßig in den Vollrausch trinkt ist „gesellig“, wer sich einen Joint anzündet ist drogenabhängig. So einfach ist das ist das in den Köpfen noch viel zu vieler Menschen. Wer also wirklich für eine Hanf-Legalisierung ist, sollte damit beginnen die Menschen in seiner Umgebung davon zu überzeugen, dass Hanf nicht zwangsläufig schlimmer ist als Alkohol. Bevor Hanf nicht von einem großen Teil der Gesellschaft akzeptiert wird, wird die Politik nichts ändern. Warum auch?
Lockerungen beim Nutzhanf
Wenn auch eine Legalisierung des Cannabis-Konsums wohl noch auf sich warten lässt, wären weniger restriktive Regelungen was den Anbau von THC-freiem Nutzhanf angeht aber auch wünschenswert. Hanf kann in immer mehr Bereichen als ökologisch sinnvolle Alternative zu anderen Produkten genutzt werden. Zudem ist Hanf auch als Lebensmittel z.B. in Form von Hanf-Öl (aus dem Samen gewonnen) gesund. Auch Menschen mit Neurodermitis setzen Hanf-Öl ein, um die Symptome ihrer Krankheit zu lindern.
Wenn Ihr nun auf der Suche nach noch mehr Informationen über Cannabis seid, empfehle ich die Cannabis-Fakten des DHV.
An dieser Stelle dann noch eine kleine Umfrage
Sorry, there are no polls available at the moment.Ähnliche Artikel:
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Ola Pierre!
Ein schöner Artikel, zu dem ich mir ein paar Anmerkungen nicht verkneifen kann
Niemand will den Cannabiskonsum legalisieren – Der ist wie jeder andere Konsum von Drogen (und “rein selbstschädigendes Verhalten” im Allgemeinen) in Deutschland nicht verboten. Wenn’s Dich interessiert, ich hab die Rechtslage mal in nem Video erklärt http://usualredant.de/tagesrausch/2008-12-18-straffrei-kiffen-in-viersen.html
Zwar sind alle Konsumbegleitenden Tätigkeiten Besitz, erwerb usw.) illegal, aber von Ausnahmen wie Soldaten und Polizisten abgesehen darf niemand in Deutschalnd dafür bestraft werden, dass er breit ist oder war.
Deutschland geht damit international einen Sonderweg. So wird z.B. in der Schweiz Cannabiskonsum mit zum Teil heftigen Ordnungsgeldern geahndet.
Die aus meiner Sicht wesentliche Verbesserung, die die Legalisierung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genussmittel “der Gesellschaft” bringen würde, hast Du vergessen. Das Hanfverbot behindert Prävention und Hilfsangebote!
Eine wichtige Aufgabe des DHV ist es (irrationale) Berührungsängste bei Therapiewilligen abzubauen. Vielfach verhindert die Angst vor Verfolgung die Bekämpfung von Abhängigkeitserkrankungen.
In der Präventionsarbeit ist es sehr ähnlich. Jede Menge Kraft muß heute darauf verwendet werden, den Schülern, Eltern oder sonstwie Informationsbedürftigen Vertrauen zu vermitteln. 50 Jahre Prohibitionspropaganda haben dazu geführt, dass selbst lebensrettende Informationen nicht geglaubt werden.
Zu lange gingen die “Haschgift spritzen führt zum Überdosis-Tod auf der Bahnhofstoilette”-Kampagnen an der Lebenswelt der Jugendlichen vorbei! Der Krieg gegen Drogen verursacht dadurch genau das vermeidbare Elend, dass er verhindern will.
Ich halte im übrigen nichts davon, Cannabiskonsumenten zu registieren oder ihre Erwerbsmengen künstlich zu deckeln. Macht man ja mit anderen Genußmitteln auch nicht.
Außerdem führt dass im Zweifel nur wieder zu einem schwarzen Markt und geht an den drogenpolitischen Bedürfnissen vorbei. Lediglich 2-5 Prozent der Konsumten kiffen regelmäßig. Die Mehrheit selbst dieser Dauerkiffer hat jedoch keine substanzspezifischen Probleme. Die betreffen weit häufiger Probier- und Gelegenheitskonsumenten und denen sugeriert eine staatlich verordnete Höchstmenge, dass geringerer Konsum nicht kritisch hinterfragt werden muss.
Das halte ich für das gesamtgesellschaftlich höhere Risiko!
Mit hanfigen Grüßen
Steffen
P.S. Die Frage “verboten oder nicht” spielt lauf Kleiberstudie nur bei 3 Prozent der Konsumenten überhaupt eine Rolle. Nüchtern wissenschaftlich betrachtet ist ein signifikanter Anstieg der Konsumentenzahlen nach einer Legalisierung deshalb äußerst unwahrscheinlich.
Hi Steffen,
danke für den ausführlichen Kommentar!
Stimmt, Konsum ist nicht verboten, das wissen auch die meisten die sich damit beschäftigen. Für die breite Masse ist der Kampf der Legalizer aber eben der Kampf für die “Erlaubnis des Konsums”.
Du schreibst:
Da stimme ich Dir zu. Insbesondere halte ich die dann einzurichtenden Verkaufsstellen von Cannabis für einen geeigneten Ort damit anzufangen.
Die Registrierung von Konsumenten würde mir auch sauer aufstoßen, mag aber durch eine Deckelung der maximalen Abgabemengen in der Politik mehr Rückhalt finden. Davon abgesehen halte ich Deine Argumente wie die durch Höchstabgabemengen entstehende Suggestion, dass ein geringer Konsum nicht hinterfragt werden muss, für richtig.
Ich denke auch, die Konsumentenzahlen würden nicht zu sehr steigen. Wie Du schreibst spielt die Frage “verboten oder nicht” kaum eine Rolle, es geht eher darum ob man eine Quelle hat oder nicht. Und die meisten an Cannabis Interessierten, wenn auch nicht alle, können es sich besorgen.
Grüße,
Pierre!
Ich kann hier nur meinen Respekt aussprechen für die Macher dieses Artikels. hab Steffen bereits auf Yigg kennengelernt
Danke, ich hoffe Du schaust dann auch mal auf seiner Seite http://usualredant.de vorbei, lohnt sich.
Der Staat könnte ne MEnge Kohle machen – wenn Sie Gras legalisieren würden. Anstelle dessen sind es die Grossdealer die den REibach machen … aber wäre auch nen geiler GEdanke .. .Big Brother – Dein Dealer ..
Hi!
Na da geb ich doch auch gerne noch einen Kommentar ab.
Ich finde die Frage, ob die Konsumentenzahlen nach einer Legalisierung steigen würden, auch zentral. Da die Senkung des Angebots und der Nachfrage ja der eigentliche Sinn des Verbotes ist, ist das m.E. sogar DIE entscheidende Frage. Dass das Verbot jede Menge negative Nebenwirkungen hat, ist klar, aber der Zweck heiligt die Mittel. Wenn aber sogar der Zweck verfehlt wird, sieht die Sache anders aus. Deshalb haben wir dem im “Rauschzeichen” auch einigen Platz eingeräumt. Um es vorweg zu nehmen: Ich habe keinen einzigen wissenschaftlichen Hinweis gefunden, der dafür spräche, dass das Verbot konsumsenkend wirkt (jedenfalls bei Hanf!). Alle Studien sagen das Gegenteil. Ein Beispiel:
Die „Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit“ des Schweizer Nationalrates kam in einem Bericht vom 30.04.1999 zu dem Ergebnis:
„Die verbreitete Vermutung einer ins Gewicht fallenden generalpräventiven Wirkung der Konsumstrafbarkeit kann nicht nachgewiesen werden und scheint auch wenig plausibel [...] Sämtliche empirischen Untersuchungen und statistischen Daten, sowohl im internationalen wie im interkantonalen Quervergleich deuten dementsprechend mit steter Regelmässigkeit darauf hin, dass zwischen der Verbreitung/Häufigkeit des Drogenkonsums und der strafrechtlichen Verfolgungs- und Sanktionierungspraxis kein signifikanter Zusammenhang besteht“.
Wir stellen da gerade den aktuellen Stand mit allen bisher bekannten Studien dazu zusammen. Bis dahin mag
http://www.alternative-drogenpolitik.de/die_irrelevanz_der_drogenpolitik.pdf
als weiterführende Info dienen…
Tja, und dann mag ich als DHV-Finanzer noch darauf hinweisen, dass unsere Arbeit auch auf private Unterstützer angewiesen ist. Nur so können wir unsere Arbeit forführen und ausbauen. Man kann eine kleine Spende dalassen, z.B. auch per pay pal, oder ab 59,50 Euro pro Jahr offizieller Privatsponsor werden und uns so spürbar und einigermaßen planbar helfen. s.
http://hanfverband.de/unterstuetzen/
http://hanfverband.de/kontakt/beitrittsformular.html
neue Privatsponsoren bekommen unsere sehr umfangreichen monatlichen Infos und als Willkommensgeschenk 3 Blöcke Filterpappe aus Hanf und ein Exemplar unseres Buches “Rauschzeichen”.
soweit
hanfige Grüße
Georg
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