Schweinegrippe: Fragen – Antworten – Informationen
Informationen, Daten und Fakten zur Schweinegrippe

Schweinegrippe: Fragen – Antworten – Informationen
Wieviele Fälle einer Infektion mit der Schweinegrippe gibt es aktuell?
Momentan (Stand 12. oktober) sind über 340.000 Fälle einer Erkrankung gemeldet, davon über 4.100 Todesfälle. In Deutschland gibt es momentan über 21.600 Fälle und bisher einen Todesfall. Es wird vermutet, die Dunkelziffer der Erkrankungen könnte weitaus höher liegen. Besonders betroffen sind Mexiko, die USA, Australien, Großbritannien, Spanien und Deutschland.
Wann ist mit einem Impfstoff gegen die Schweinegrippe zu rechnen?
Fertiggestellt sein soll ein Impfstoff im September, danach folgen dann noch klinische Tests. Im Herbst ist also mit einem einsatzbereiten Impfstoff zu rechnen. Deutschland hat vorerst 50 Miilionen Impfdosen bestellt. Eine Vollversorgung mit dem Impfstoff ist möglich, entsprechende Regelungen mit den Pharmafirmen wurden getroffen. Ein möglicher Impfstoff wird bei Novartis entwickelt. Momentan sieht es jedoch so aus, als würde sich die Bereitstellung des Impfstoffes noch weiter nach hinten verschieben. Die Kosten der Impfung sollen von den Krankenkassen getragen werden, was diese nicht ohne Gegenwehr hinnehmen.
Update: Test eines Schweinegrippe-Impfstoffs von Novartis haben in München begonnen. Einige Experten warnen auch vor evtl. Risiken.

Schweinegrippe Virus Influenza A/H1N1 Bild: CDC
Wie gefährlich ist die Schweinegrippe?
Momentan verlaufen Erkrankungen zumeist relativ harmlos. Todesfälle gibt es fast nur, wenn bereits eine Vorerkrankung bestanden hat. Kürzlich wurde herausgefunden, dass die Schweinegrippe die Lunge mehr schädigen soll, als eine übliche “saisonale” Grippe. Zudem steigt mit der Zahl der Erkrankten auch die Gefahr einer Mutation. Eine mutierte Variante der Schweinegrippe könnte sich beispielsweise durch einen schwerwiegenderen Krankheitsverlauf auszeichnen.
Kann man noch gefahrlos nach Spanien, Mallorca oder andere Urlaubsziele reisen?
Auch wenn momentan die Reiserückkehrer aus Spanien und Mallorca einen großen Teil der Schweinegrippe-Erkrankten in Deutschland ausmachen, muss man von einer Reise nach Spanien nicht absehen. Man sollte dort nur große Menschenansammlungen meiden und sich häufiger als üblich die Hände waschen. Ferienziele bieten dem Schweinegrippe-Virus gute Bedingungen zur Verbreitung. Nachdem die Schweinegrippe aber pandemisch auftritt, ist eine Ansteckung in Deutschland ebenso möglich wie im Urlaubsland.
Mexiko-Stadt bietet für Touristen eine kostenlose Krankenversicherung, die eventuelle Kosten, die durch eine Erkrankung mit der Schweinegrippe entstehen, bezahlt.

Tamiflu
Gibt es Medikamente gegen die Schweinegrippe?
Wie die WHO berichtet ist das Influenza A Virus des Typs H1N1, das die Schweinegrippe auslöst, empfindlich gegen Oseltamivir (Tamiflu) und Zanamivir (Relenza), nicht aber gegen Amantadin und Rimantadin. Tamiflu wird in Deutschland von den Bundesländern in großer Menge vorgehalten.
Man sollte jedoch davon absehen, selbst verschreibungspflichtige Medikamente auf dubiosen Seiten im Internet zu bestellen, nicht selten handelt es sich bei den Medikamenten um Fälschungen.
Was kann man vorbeugend unternehmen?
Sinnvoll ist es den Kontakt mit erkrankten Personen zu vermeiden bzw. dabei einen Mundschutz zu tragen (insbesondere die erkrankte Person!) und sich unabhängig davon regelmäßig die Hände zu waschen. Sinnvoll ist es auch bei unklarer Erkrankung rechtzeitig einen Arzt aufzusuchen, damit dieser Labortests machen kann. Im Bedarfsfall kann dann eine Behandlung entsprechend der Symptome erfolgen.
Weiterhin ist ab Herbst natürlich die Impfung die beste Vorbeugung.
Wie sehen die Symptome der Schweinegrippe aus?
Zu den Symptomen der Schweinegrippe gehören: (Möglich sind immer auch andere Symptome oder das Ausbleiben einzelner Symptome, bei unklarem Krankheitsbild sollte man also immer einen Arzt aufsuchen!)
Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Fieber, Appetitlosigkeit, Husten, evtl. auch Schnupfen, Halsschmerzen und allgemeine Übelkeit.
Diese Symptome zeigen sich bei vielen Krankheiten und auch bei Infektionen mit anderen Grippeviren, eine genaue Diagnose der Schweinegrippe kann deshalb nur ein Arzt mit Hilfe der Laborergebnisse stellen.
Schweinegrippe-Schnelltests sind häufig fehlerhaft, Sicherheit bei der Diagnose bringt nur ein Gen-Test aus dem Labor.
Was ist bei einer Schwangerschaft zu beachten?
Grundsätzlich abgeraten wird von einer Schwangerschaft momentan nicht. Schwangere Frauen, die an der Schweinegrippe erkranken haben jedoch ein erhöhtes Risiko von Komplikationen.
Diagnose Schweinegrippe: Muss ich nun Angst haben?
Im Normalfall verläuft die Erkrankung relativ milde. In Deutschland ist noch kein Todesfall zu beklagen. In den meisten Fälle wird es nicht Mal nötig sein, stationär im Krankenhaus behandelt zu werden. Die Behandlung erfolgt dabei symptomatisch (Schmermittel, evtl. fiebersenkende Mittel etc.) sowie virostatisch z.B. mit Tamiflu.
Immunität gegen die Schweinegrippe?
Es gibt Anzeichen dafür, dass Menschen die vor 1920 geboren wurden und an der „Spanischen Grippe“ erkrankt waren, zumindest eine Teilimmunität besitzen. Wer nach 1920 geboren wurde, hat diese Immunität nicht, weil die Grippeviren nicht mehr genügend Ähnlichkeit mit dem Erreger der Schweinegrippe, einem Influenza Virus vom Typ A/H1N1, hatten.
Von den von einigen Jugenlichen praktizierten Schweinegrippe-Partys ist abzuraten. Eine Immunität muss nach einer Erkrankung nicht zwangläufig bestehen, weil das Virus sich laufend verändert, zudem kann es auch jetzt zu ernsteren Verläufen beim Krankheitsverlauf kommen.
Der Name Schweinegrippe
Der Name Schweinegrippe wird insbesondere von den Fleischerzeugern nicht gerne gesehen. Die EU-Kommission sowie die Bundesregierung nutzen den Namen „Novel Flu“ bzw. „Neue Grippe“.
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