Schweinegrippe kann schwere Lungenentzündungen hervorrufen

Virus greift die Lunge an

Samstag, 12. September 2009, 17:37, Pierre Markuse - Bei Facebook Teilen - Pierre-Markuse.de bei Twitter URL tweeten!

Schweinegrippe kann schwere Lungenentzündungen hervorrufen

Schweinegrippe kann schwere Lungenentzündungen hervorrufen

Wissenschaftler des Imperial College London haben herausgefunden, dass das Schweinegrippe-Virus (Influenza A/H1N1) insbesondere auch Rezeptoren tief in der Lunge angreift. Dadurch kann eine schwere Lungenentzündung (Pneumonie) ausgelöst werden.

Bereits vor einiger Zeit fanden Wissenschafter der Universität Wisconsin Hinweise, dass sich das Schweinegrippe-Virus in der Lunge besonders gut vermehrt.

Schwerwiegender Verlauf selten aber möglich

Neben den Rezeptoren, die die normale saisonale Grippe angreift, hat die Schweinegrippe („Neue Grippe“) durch das Andocken an Rezeptoren in der tiefen Lunge eine besonders hohe Ansteckungsgefahr, einfach weil mehr Rezeptoren betroffen sind. Weil aber die Bindung an Rezeptoren in den oberen Atemwegen stärker ist, verlaufen die Erkrankungen mit der Schweinegrippe zumeist harmlos. Nur in wenigen Fällen löst das Virus eine – dann meist schwerwiegende – Lungenentzündung hervor.

Die Gefahr einer Lungenentzündung bei einer Erkrankung an der Schweinegrippe steigt, wenn die Lunge bereits vorgeschädigt ist, man bereits mit einer weiteren Krankheit zu kämpfen hat oder das Immunsystem allgemein geschwächt ist.

Impfstoff als Vorbeugung

Für 25 Millionen Menschen wurde bereits der Impfstoff bestellt. In Umfragen zeigt sich bei vielen Menschen, dass sie einer Impfung skeptisch gegenüberstehen. Auch einige Experten raten von einer Impfung ab. Trotzdem bietet der Impfstoff insbesondere für Risikopatienten eine Schutzmöglichkeit.

Schweinegrippe-Situation

Bisher gab es in Deutschland knapp 17.800 Schweinegrippe-Fälle, keiner davon verlief bisher tödlich. Mit steigender Fallzahl werden aber auch in Deutschland Todesfälle erwartet. Mehr Informationen zur Schweinegrippe gibt es hier. Weltweit gibt es über 250.000 Fälle einer Erkrankung und über 2.500 Todesfälle.



Ähnliche Artikel: