Drogentherapie: Impfung gegen Kokainsucht?

Kokainsucht mit Impfstoff behandeln?

Dienstag, 6. Oktober 2009, 16:39, Pierre Markuse

Drogentherapie Impfung gegen Kokainsucht?

Drogentherapie: Impfung gegen Kokainsucht?

Amerikanischen Forscher ist es gelungen einen Impfstoff gegen die Kokainsucht zu entwickeln. Wie die Forscher der Yale-Universität im Fachmagazin „Archives of General Psychiatry“ beschreiben, würde der Impfstoff zwar momentan noch bei zu wenigen Kokain-Süchtigen zuverlässig funktionieren, weitere Forschungen könnten hier aber noch Verbesserungen zeigen.

Blut-Hirn-Schranke kann nicht mehr überwunden werden

Die Wirkung des Impfstoffs besteht darin, dass sich im Blut der Kokain-Süchtigen bestimmte Antikörper bilden. Diese Antikörper verhindern, dass das Kokain das Gehirn erreicht (Es kann die Blut-Hirn-Schranke nicht mehr überwinden) und somit einen Rausch auslösen kann. Durch die Antikörper werden die Kokain-Moleküle zu groß, um die Blut-Hirn-Schranke zu passieren.

Die Verträglichkeit des Impfstoffs wurde als gut bezeichnet. Es traten keinen schwerwiegenden Nebenwirkungen auf.

Als Begleitung bei Drogentherapie

Auch wenn der Impfstoff bisher nur bei einigen Kokain-Süchtigen eine Wirkung zeigt und selbst diese den Konsum nur reduzieren und nicht ganz aufgeben, könnten zukünftige Versionen des Impfstoffs eine gute Ergänzung bei einer Drogentherapie sein, indem sie den Effekt von Kokain und damit langfristig auch das Verlangen danach reduzieren. Auch dürfte die Compliance der Patienten bei dieser Art der Behandlung hoch sein.

Zudem hilft schon eine Reduktion des Konsums die körperlichen Auswirkungen der Droge zu mindern.



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