Wehrdienst ab 2011 nur noch 6 Monate

Wehrdienst soll aber grundsätzlich erhalten bleiben

Donnerstag, 22. Oktober 2009, 17:34, Sascha Markuse

Wehrdienst - Ab 2011 nur noch 6 Monate

Wehrdienst ab 2011 nur noch sechs Monate

Vertreter von FDP und Union haben sich bei Koalitionsgesprächen darauf verständigt, den bisher neun Monate dauernden Wehrdienst auf sechs Monate zu verkürzen.

Ab 01. Januar 2011 würde neben dem Wehrdienst dann auch die Dauer des Zivildienstes 6 Monate betragen, weil dieses gesetzlich so vorgeschrieben ist.

Neuer Ablauf des Wehrdienstes

Neben einer drei-monatigen Grundausbildung erhält der Wehrdienstleistende eine zwei-monatige Fachausbildung sowie einen Monat Fachdienst. Die Urlaubszeit soll einen Monat betragen.

Ob dieser Monat zusätzlich zu den sechs Monaten Wehrdienst zu sehen ist, oder in den sechs Monaten schon enthalten ist, ist wohl noch nicht entschieden.

Verkürzung von Zivildienst sinnvoll?

In manchen Bereichen ist einer Verkürzung des Zivildienstes wahrscheinlich nicht unbedingt sinnvoll. Beispielsweise bleibt dadurch weniger effektiv nutzbare Dienstzeit in Bereichen, in denen eine hohe Anlerndauer vorhanden ist.

Besonders wird dies wohl bei Zivildienstleistenden in Altenheimen oder Krankenhäusern auffallen. Kaum sind diese soweit angelernt, dass sie sinnvoll eingesetzt werden können, ist die Dienstzeit auch schon wieder vorbei.

Ersatzdienst

Auch noch ungeklärt ist die Frage, wie lang in Zukunft die Dauer des Ersatzdienstes sein wird. Dieser kann z.B. bei Hilfsorganisationen oder der Feuerwehr abgeleistet werden.





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9 Kommentare zu “Wehrdienst ab 2011 nur noch 6 Monate”

  1. 6 Jahre beträgt im Moment die Verpflichtungszeit beim THW (Katastrophenschutz) als Ersatz zum Wehrdienst.

    Welche Auswirkung hat nun die Verkürzung der Grundwehrpflicht auf 6 Monate? Es ist sicherlich auch beim Katastrophenschutz mit einer Anpassung zu rechnen, oder?

  2. [...] zum Sinn der Verkürzung: Pierre Markuse Subscribe to comments Comment | Trackback | Post Tags: CDU, CSU, dpa, FDP, Wehrdienst, [...]

  3. In der Tat, Fragen über Fragen, die da offen bleiben. Diesen Vorschlag der Verkürzung auf 6 Monate auch in der Art und Weise mit 3 Monaten AGA, dann 2 SGA und 1 Fachdienst, gibts ja schon etwas länger (der Wehrbeauftragte hatte das schon mal meiner Meinung nach vorgeschlagen). Doch warum an der Wehrpflicht in der Form festhalten? Die Wehrungerechtigkeit wird damit nicht beseitigt, es gibt Mehrausgaben und der Zivildienst/Wehrersatzdienst steht vor einem echten Problem. Warum nicht die Chance nutzen und eine Freiwilligen/Berufsarmee etablieren? Ach ja, da gibts ja das “Rekrutierungsproblem”, denn ein sehr großer Teil der Bundis verlängert ja aus dem Grundwehrdienst heraus…

  4. Die Diskussion, den Wehrdienst ganz auszusetzen oder gar abzuschaffen können wir eigentlich einstweilen beenden.

    Die Verkürzung halte ich für einen guten Kompromiss der drei Koalitionsparteien. Die Wehrungerechtigkeit bleibt zwar weiterhin bestehen, kann aber aufgrund des Potentials 1/3 mehr junge Menschen durch den Wehrdienst zu durchzuschleusen verringert werden. Des weiteren brauchen bspw. Studenten ihr Studium nur für 1 Semester unterbrechen, nicht für zwei – eine entsprechende Regelung kann für Abiturienten in das neue Gesetz eingebaut werden.

    Wichtig ist nun allerdings, daß diese Verkürzung auf 6 Monate wirklich nächstes Jahr angepackt wird und ab 2011 zum Gesetz wird, bisher steht sie ja erst im Regierungsprogramm der zukünftigen Regierung. Aus früheren Koalitionsverträgen lässt sich lernen, daß diese noch niemals komplett umgesetzt wurden. Ich hoffe die FDP lässt sich in dieser Frage, trotz eines Unions-Verteidigungsministers, nicht vertrösten.

  5. Mike

    >Des weiteren brauchen bspw. Studenten ihr Studium nur für 1 Semester unterbrechen, nicht für zwei – eine entsprechende Regelung kann für Abiturienten in das neue Gesetz eingebaut werden.

    Eine Unterbrechung des Studiums für ein einziges Semester ist nicht sinnvoll, da zumindest im Grundstudium die Lehrveranstaltungen der Semester teilweise aufeinander aufbauen.

    >Ach ja, da gibts ja das “Rekrutierungsproblem”, denn ein sehr großer Teil der Bundis verlängert ja aus dem Grundwehrdienst heraus…

    Nicht alle Soldaten bleiben nach der AGA in derselben Einheit. Viele werden versetzt, oftmals auch an einen anderen Ort. Nach dem Wechsel bleiben also noch 3 Monate in der neuen Einheit vom Grundwehrdienst übrig. Und auch in der Bundeswehr gibt es Bürokratie, d.h. ein Antrag auf Verlängerung, sei es FWDL oder SaZ, sollte dann bereits im 1. oder 2. Monat in der neuen Einheit erfolgen. Nun muss aber in der Regel der Kompaniechef auch ein Feedback über die Eignung des Soldaten geben. Stellt sich für mich nur die Frage: Wie will er darüber ein Urteil fällen, wo doch der Soldat noch nicht lange in der neuen Einheit dient? Bei 9 Monaten hat man zumindest einen Zeitraum von 3/4 Monaten (bei einer beabsichtigten Verlängerung im 7./8. Monat), was eine angemessenere Urteilsbildung erlaubt.

    MfG,
    ein Student, der während des Studiums 9 Monate seinen GWD geleistet hat

  6. Nicht immer ist ein Kompromiss eine gute Lösung. Dieser hier ist nur dafür geeignet, alle Beteiligten nicht zu schlecht aussehen zu lassen.
    Leider versucht kein Politiker mal eine “echte” Lösung zu finden, weil das ja Wählerstimmen kosten könnte.
    Ich selbst war W12 und haben meinen GWD bei der Marine abgeleistet. In 6 Monaten kann man dort z.B. wohl kaum zu einem Soldaten ausgebildet werden.

  7. Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es die WehrPFLICHT (mit ganz wenigen Ausnahmen) nur noch in Ländern der 2. und 3. Welt gibt.

    Hierzu einfach mal bei Wikipedia nachschauen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrpflicht

    Eine Abschaffung wäre also auch in Deutschland möglich. In 5 Monaten Dienstzeit kann man, denke ich schon recht intensiv ausgebildet werden. Eine 100-prozentige Ausbildung gab es ohnehin noch nie, bzw. schon lange nicht mehr. Nach der dreimonatigen Grundausbildung ist die militärische Ausbildung zu 80% beendet und man wird danach lediglich noch “gesellschaftlich” ausgebildet. Ich denke jeder weiß, was damit gemeint ist. Somit wäre in 5 Monaten eine sehr ebenwürdige Ausbildung möglich. Man muss nur wollen was man kann.

  8. [...] eigentlich für 2011 geplante Verkürzung des Wehrdienstes von neun Monaten auf sechs Monate soll laut Plänen des Verteidigungsministeriums [...]

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