Schweinegrippe in Deutschland: Impfung, Diskussionen und Verwirrung
Die Schweinegrippe-Impfung stiftet Verwirrung - Extra-Impfstoff für Politiker gedankenlose Idee

Schweinegrippe in Deutschland: Impfung, Diskussionen und Verwirrung
Die Schweinegrippe („Neue Grippe“) stiftet in Deutschland einiges an Verwirrung. Nachdem in den Medien erst vor der Schweinegrippe und deren möglichen Folgen gewarnt wurde, ist es eine Weile ruhig geworden. Nun pünktlich zum Beginn der Schweinegrippe-Impfungen hört man wieder von steigenden Fallzahlen in Deutschland, auch ein dritter Todesfall wird in Deutschland gemeldet.
Bei Skeptikern hört man nun den Vorwurf dies sei ein gezielter Versuch mehr Menschen zur Impfung zu bewegen, die in den Augen vieler Menschen wegen der bisher milden Verläufe der Schweinegrippe-Erkrankungen wenig sinnvoll ist. Vielen stößt zudem sauer auf, dass für Bundeswehr und Politiker ein anderer Impfstoff verwendet werden soll.
Die Impfstoffe gegen die Schweinegrippe in Deutschland – Pandemrix und Celvapan
In Deutschland werden zwei Impfstoffe eingesetzt. Pandemrix von GlaxoSmithKline sowie Celvapan von Baxter. Die Impfstoffe unterscheiden sich insbesondere dadurch, dass in Pandemrix (dem Impfstoff von dem 50 Millionen Dosen für Deutschland bestellt wurden) Adjuvantien enthalten sind.
Adjuvantien sind Wirkstoffe, die die Immunantwort des Körpers auf den Impfstoff verstärken sollen. Einige der Adjuvantien sind laut Expertenmeinungen bei Schwangeren und Kindern nur unzureichend getestet, von Ihrer Anwendung sollte deshalb bei diesen Personengruppen abgesehen werden. Zudem ist in Pandemrix mit Thiomersal eine Quecksilber-Verbindung enthalten, von der Kinderärzte davon abraten sie bei Kleinkindern einzusetzen.
Nun liest man in vielen Medien von Zwei-Klassen-Medizin, weil für Politiker und Bundeswehr eben ein Wirkstoff ohne Adjuvantien ausgewählt wurde, das kann man so pauschal aber nicht sagen.
Vorteile der Adjuvantien
Einige Experten heben auch die Vorteile der Schweinegrippe-Impfstoffe mit Adjuvantien hervor. So benötigt man bei diesen weniger Erreger pro Impfdosis und kann somit schneller produzieren, hinzu kommt eine etwas breiter gefächerte Wirksamkeit gegen den Erreger, dies bedeutet, dass der Impfstoff auch bei kleineren Mutationen des Schweinegrippe-Virus noch wirksam ist, wo ein Impfstoff ohne Adjuvans evtl. schon keinen Schutz mehr bieten würde.
Bei mit Pandemrix geimpften Personen ist also ein breiter gefächerter Impfschutz zu erwarten im Vergleich zu Personen die mit Celvapan geimpft worden sind.
Bei der Bundeswehr gibt es noch einen weiteren Grund, weshalb der Einsatz von Celvapan ohne Adjuvantien hier dem von Pandemrix vorzuziehen ist. Bundeswehrsoldaten erhalten Impfungen gegen ein Vielzahl von Krankheiten, gegen die ein „Normalbürger“ sich nicht impfen lässt. Um bei dieser Vielzahl von Impfungen evtl. Wechselwirkungen so gering wie möglich zu halten sind hier Impfstoffe ohne Adjuvantien, mit möglichst wenig Inhaltsstoffen, sinnvoll.
Bestellung von Celvapan für Politiker setzt falsches Zeichen
Wenig glücklich ist es nun, dass für Politiker ein anderer Impfstoff bestellt wurde, zwar gibt es keinen Grund zu sagen Impfstoff A wäre besser als Impfstoff B, trotzdem sollte man sich doch der Wirkung dieses Zeichens bewusst sein, welches insbesondere bei Skeptikern weitere Vorbehalte gegen die Teilnahme an der Impfaktion schüren wird.
Unterscheidung „Politiker-Impfstoff“ und „Volks-Impfstoff“ wenig sinnvoll
Diese Unterscheidung versucht zu implizieren, dass ein Impfstoff besser wäre. Dies kann man aber so kaum sagen, richtiger wäre: Ein Impfstoff ist anders.
Und man muss es sich nur Mal vorstellen: Hätte die Regierung 50 Millionen Dosen Adjuvantien-freies Celvapan bestellt und für sich selbst dann 200.000 Dosen Pandemrix gekauft würde es nun heißen: Politiker bekommen Super-Impfstoff mit Wirkungsverstärkung
Ein Großteil der Diskussion um den Impfstoff ist also durch die ungeschickte Impfstoff-Wahl der Regierung hausgemacht. Beide Impfstoffe werden übrigens in den Muskel injiziert und sollten als Doppelimpfung im Abstand von drei Wochen verabreicht werden. Wie bei jedem Impfstoff ist kein 100%-iger Schutz garantiert, die Angaben schwanken von 70 bis 95 Prozent.
Deutschland impfmüde
Die Ergebnisse des verschiedenen Umfragen unterscheiden sich zwar, klar ist aber: Nur wenige Deutschen wollen sich „garantiert“ gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Hauptgrund für diese Impfmüdigkeit ist die Diskussion um den Impfstoff, sowie die geringe Aggressivität der Schweinegrippe selbst. Die Angst vor evtl. Nebenwirkungen der Impfung ist bei vielen Menschen größer als die Angst vor einer evtl. Infektion mit der Schweinegrippe.
Trotzdem sollte nicht vergessen werden, in anderen Ländern sind schon tausende Menschen an den Folgen der Schweinegrippe gestorben und auch in Deutschland gab es Todesfälle. Möglich auch, dass die Zahl der Fälle im Winter sprunghaft ansteigt und die Schweinegrippe selbst sich verändert und aggressiver (schon jetzt gibt es einige Fälle aggressiver Lungenentzündungen) wird. Insbesondere Menschen, die Risikogruppen angehören oder Angehörige von Menschen der Risikogruppe sind, sollten sich deshalb impfen lassen.
Bei der Diskussion um die Schweinegrippe wird die normale saisonale Grippe gerne Mal vergessen. Risikopatienten die sich jedes Jahr gegen die saisonale Grippe impfen lassen, sollten auch in diesem Jahr – auch wenn sie sich gegen die Schweinegrippe impfen lassen – nicht von einer Impfung absehen.
Was ist Abseits von Impfungen gegen die Schweinegrippe zu machen?

Tamiflu
Wie die WHO berichtet ist das Influenza A Virus des Typs H1N1, das die Schweinegrippe auslöst, empfindlich gegen Oseltamivir (Tamiflu) und Zanamivir (Relenza), nicht aber gegen Amantadin und Rimantadin. Tamiflu wird in Deutschland von den Bundesländern in großer Menge vorgehalten.
Man sollte jedoch davon absehen, selbst verschreibungspflichtige Medikamente auf dubiosen Seiten im Internet zu bestellen, nicht selten handelt es sich bei den Medikamenten um Fälschungen.
Was kann man vorbeugend unternehmen?
Sinnvoll ist es den Kontakt mit erkrankten Personen zu vermeiden bzw. dabei einen Mundschutz zu tragen (insbesondere die erkrankte Person!) und sich unabhängig davon regelmäßig die Hände zu waschen. Sinnvoll ist es auch bei unklarer Erkrankung rechtzeitig einen Arzt aufzusuchen, damit dieser Labortests machen kann. Im Bedarfsfall kann dann eine Behandlung entsprechend der Symptome erfolgen.
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[...] Die Nebenwirkungen der Impfung entsprechen bisher den klinischen Studien. Größtenteils handelt es sich dabei um Kopfschmerzen und Schwindel. Weiter sind aber auch allergische Reaktionen wie Rötungen und Schwellungen bekannt. Eher selten soll es zu Schmerzen, Fieber oder Schüttelfrost kommen. Die Angst vor unerwarteten und heftigen Nebenwirkungen gegen die Schweinegrippe-Impfung scheint daher unbegründet. Mehr Informationen zu den Diskussionen um den Schweinegrippe-Impfstoff gibt es hier. [...]
[...] Die Angst vor den möglichen Nebenwirkungen der Grippeimpfung bleibt also weiterhin größer als die Angst vor einer möglichen Ansteckung. Dies liegt auch an der langen Diskussion um die Sicherheit und Nebenwirkungen des Schweinegrippe-Impfstoffes. [...]
[...] In Deutschland gib es bisher sechs Todesfälle durch die Schweinegrippe, allein am Freitag dem 30.10. gab es drei neue Todesfälle, über 23.000 Menschen haben sich mit der Schweinegrippe infiziert. In Deutschland haben die Schweinegrippe-Impfungen schon begonnen, werden jedoch heftig diskutiert. [...]
[...] Schweinegrippe-Impfung in Deutschland läuft nun seit über einer Woche, die Skepsis gegenüber der Impfung ist jedoch nach wie vor groß. Es wird jedoch erwartet, dass mit steigenden Fallzahlen die [...]
[...] die Impfbereitschaft in Deutschland wegen der Diskussionen über die Sicherheit des Schweinegrippe-Impfstoffs und den zumeist harmlosen Verlauf der Schweinegrippe (Influenza A/H1N1) zu Anfang noch recht [...]
Guten Abend,
an dieser Stelle möchte ich mich dagegen verwehren das wir Soldaten einen besseren Impfstoff bekommen. In meinem Fall bekommen wir erst einmal gar keinen Impfschutz. Es ist der 09.11.09 und in unserem Bereich gibt es immer noch Ärzte die uns empfehlen sich gegen die normale impfen zu lassen “hilft genauso”. Meine Kaserne ist die Technische Schule der Luftwaffe in Faßberg und hier ist nix zu sehen von der Zweiklassenmedizin ausser das wir keine Impfung bekommen. Da unsere Soldaten aus der ganzen Bundesrepublik Deutschland auf Lehrgänge kommen ist die Ansteckungsgefahr ziemlich hoch. Ich musste das einmal klar stellen….
MfG ein enttäuschter Soldat aus der zweiten Reihe des Gesundheitssystems!
Genau das versuche ich auch zu vermitteln:
“Nun liest man in vielen Medien von Zwei-Klassen-Medizin, weil für Politiker und Bundeswehr eben ein Wirkstoff ohne Adjuvantien ausgewählt wurde, das kann man so pauschal aber nicht sagen.”
[...] einigen Bundesländern kommt es momentan sogar zu einer Impfstoffknappheit, die anfängliche Ablehnung gegen die Schweinegrippe-Impfung in Deutschland legt sich langsam. Die Organisationsprobleme bei [...]