Schweinegrippe: Jeder dritte Europäer könnte erkranken
Europa: Jeder 3. erkrankt an Schweinegrippe?

Schweinegrippe: Jeder dritte Europäer könnte erkranken
Nach Angaben der EU-Kommission könnte jeder dritte Europäer an der Schweinegrippe („Neue Grippe“, Influenza A/H1N1) erkranken. In einem Interview mit der Zeitung „Die Welt“ sagte EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou:
„Nach allem, was wir wissen, können sich bis zu 30 Prozent der Bevölkerung mit der Schweinegrippe infizieren.“
Weiter führt sie aus, dass bei einer solch hohen Zahl an Schweinegrippe-Fällen auch mit einer erheblichen Zahl an Toten gerechnet werden muss.
Einige Experten befürchten, dass sich das Virus noch verändern und aggressiver werden könnte, mit steigender Fallzahl erhöht sich auch das Risiko einer Mutation des Virus.
Vassiliou geht auch auf die wirtschaftlichen Folgen für Europa ein:
„Die wirtschaftliche Erholung in der EU könnte durch die Schweinegrippe geschwächt werden. Vor allem Wirtschaftszweige wie Tourismus oder Freizeitindustrie könnten demnach Einbußen erleiden.“
Impfmüde
Gestern sind die Impfungen gegen die Schweinegrippe in Deutschland angelaufen, allgemein wird jedoch eine geringe Beteiligung erwartet. Viele Deutsche sind wegen der Diskussion um den Impfstoff verunsichert und sehen wegen den relativ harmlos verlaufenden Schweinegrippe-Erkrankungen bis jetzt keinen Grund sich impfen zu lassen.
In Deutschland gab es bisher drei Todesfälle durch die Schweinegrippe, etwa 23.000 Menschen sind an ihr erkrankt.
Erfahrungen aus Schweden mit Pandemrix
Die ersten Erfahrungen aus Schweden mit Pandemrix (dem Impfstoff der auch in Deutschland für die Massenimpfungen benutzt wird) zeigen, dass sich die Nebenwirkungen im erwarteten Rahmen bewegen und nur selten über Symptome wie Rötungen der Einstichstelle, Schmerzen, Fieber oder Schüttelfrost hinausgehen. Es gab bisher drei Todesfälle in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung, auch dies entspricht jedoch der normalen statistischen Wahrscheinlichkeit bei der großen Anzahl geimpfter Personen, keiner der Todesfälle konnte in kausale Verbindung mit dem Impfstoff gebracht werden.
Die Angst vor unerwarteten und heftigen Nebenwirkungen gegen die Schweinegrippe-Impfung scheint daher unbegründet.
Situation weltweit
Weltweit gibt es schon über 5.000 Tote durch die Schweinegrippe, in vielen Ländern sind ebenfalls bereits Impfprogramme angelaufen. Schwierig sieht die Situation in Entwicklungsländern aus, hier gibt es so gut wie keinen Impfstoff. Sollte sich herausstellen, dass für einen sicheren Impfschutz nur eine Impfdosis ausreicht und keine Doppelimpfung nötig ist, sollten laut WHO die überzähligen Dosen an Impfstoff an Entwicklungsländer abgegeben werden.
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