Das CERN und der LHC: Interview mit Dr. Rolf Froböse
Sekunde Null. Das Urknall-Experiment

Das CERN und der LHC: Interview mit Dr. Froböse
Immer wieder erscheint das CERN mit dem LHC auf Grund von weiteren Problemen in den Nachrichten. Aktuell soll es durch ein Stück Brot zu einem Kurzschluss in der außenliegenden elektrischen Anlage gekommen sein. Dieser Kurzschluss beeinträchtigte daraufhin das Kühlsystem, wodurch die Tiefsttemperatur von minus 273 Grad Celsius auf minus 268 Grad Celsius anstieg.
Dr. Rolf Froböse
Dr. Rolf Froböse, welcher nach seinem Studium der Chemie als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektleiter bei der Max-Planck-Gesellschaft beschäftigt war, ist seit 1995 als freiberuflicher Wissenschafts- und Wirtschaftsjournalist in den Bereichen Chemie, Biotechnologie, Umwelt, Energie, Raumfahrt, Medizin, IT-Technik sowie als Buchautor tätig.
In seinem Buch „Sekunde Null. Das Urknall-Experiment“, geht Dr. Froböse auf Missstände und Gefahren im Bereich der Forschung ein. Dr. Froböse weist ausdrücklich auf die frei erfundene Handlung hin, betont allerdings auch den realen wissenschaftlichen Hintergrund dieses Buches.
Aus der Feder von Dr. Froböse stammen unter anderem auch Bücher wie Die geheime Physik des Zufalls und Lust und Liebe – alles nur Chemie?.
Um mehr über mögliche Gefahren und den wissentschaftlichen Hintergrund zu erfahren, haben wir Herrn Dr. Rolf Froböse um ein Interview gebeten.
Interview mit Dr. Rolf Froböse:
In letzter Zeit treten immer wieder Probleme mit dem LHC auf, welche Gründe könnte dies ihrer Meinung nach haben?
Da die Probleme laufend in ganz unterschiedlichen Bereichen wie der Kühlung, der Stromversorgung bis hin zum Datenschutz auftreten, muss ich davon ausgehen, dass die Betreiber ihre Technologie nur unvollkommen beherrschen.
Rechnen Sie ab jetzt mit einem weiteren problemlosen Ablauf bezüglich des LHC?
Wegen der Vielschichtigkeit der Störfälle rechne ich nicht damit.
Was halten Sie von den aktuellen Vorkommnissen am LHC? Besteht die Möglichkeit ein Überhitzungsproblem auf Grund eines Stücks Brot auf der Stromschiene zu erzeugen?
Ja – das ist durchaus möglich. Ein feuchtes Stück Brot ist zwar kein besonders guter Leiter, aber für einen Kurzschluss reicht es allemal aus. Es ist einfach nicht nachvollziehbar, wenn Stromschienen in einer Außenanlage nicht gegen Verunreinigungen hinreichend geschützt sind. Auch Vogelkot oder andere Verunreinigungen hätten vermutlich einen ähnlichen Effekt gehabt. An dieser Stelle stellt sich ernsthaft die Frage, wie es um die Sicherheit des LHC bestellt ist, wenn erst einmal nach dem Hochfahren der Urknall-Maschine die beschleunigten Teilchen aufeinanderprallen.
Was würde es für die Forschung bedeuten das „Higgs-Teilchen“ tatsächlich zu entdecken?
Das käme der Entdeckung eines wichtigen Mosaiksteins im Puzzle des Universums gleich. Das Higgs-Teilchen, populär auch „Gottesteilchen“ genannt, soll dafür verantwortlich sein, dass Teilchen überhaupt eine Masse besitzen. Der Nachweis dieses Teilchens wäre also mit einem enormen Erkenntniszuwachs verbunden
Kann man die Gefahr ein „schwarzes Loch“ zu erzeugen in irgendeiner Weise abschätzen?
Der Tübinger Chaosforscher Prof. Dr. Otto Rössler beziffert die Wahrscheinlichkeit mit rund 15 Prozent. Das käme einem russischen Roulette gleich.
Welche Möglichkeiten bestehen, sollte es wirklich zur Entstehung eines schwarzen Loches kommen?
Entweder es zerfällt spontan, wie es Hawking postuliert hat. Oder es wächst unaufhörlich. Dann könnte es zu einer globalen Katastrophe kommen. Hinzuzufügen ist, dass Hawkings Postulat eine reine Theorie ist, die von einer vernachlässigbaren Krümmung des Ereignishorizonts eines Schwarzen Lochs ausgeht. Bei großen kosmischen Objekten ist diese Rahmenbedingung erfüllt. Auf kleine Schwarze Löcher kann diese Theorie aber gar nicht angewandt werden. Das wird gerne verschwiegen.
Gibt es etwas relevantes, was Sie im Zusammenhang mit dem LHC noch hinzufügen möchten?
Ja – die Verantwortlichen sollten sich endlich mit den kritischen Wissenschaftlern an einen Tisch setzen und offen über die Chancen als auch die Risiken des Experiments sprechen. Die Serie von Störfällen trägt nicht gerade dazu bei, eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen.
Vielen Dank Herr Dr. Froböse
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