Gehirndoping: Leistung als Tablette

Gefahren und Nebenwirkungen

Mittwoch, 11. November 2009, 18:21, Sascha Markuse

Gehirndoping Leistung als Tablette

Gehirndoping: Leistung als Tablette

Rund 2 Millionen Menschen sollen laut einer Studie der DAK ihre Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz schon einmal durch die Einnahme von Doping und Aufputschmitteln gesteigert haben. Rainer Richter, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) warnt vor einer Freigabe von Mitteln zur angeblichen geistigen Leistungssteigerung für Gesunde.

Beunruhigende Aussichten

Eine Freigabe von Mitteln zur geistigen Leistungssteigerung für Gesunde könnte zur Förderung von Persönlichkeitsstörungen führen. Die Einnahme solcher Mittel zur Lösung von Problemen würden den natürlichen Prozess der Persönlichkeitsreifung stören.

Ein weiteres Risiko ist die Verschiebung der Leistungsnorm, welche durch die Konkurrenz und den Leistungsdruck immer weiter angehoben wird.

Davon abgesehen wird durch die Einnahme dieser Mittel nicht die Intelligenz gesteigert, sondern lediglich die Konzentrations- und Merkfähigkeit erhöht. Zudem bestehe ein Risiko durch die gesteigerte Leistung Einzelner den Leistungsdruck auf „ungedopte“ Mitarbeiter und Kollegen zu erhöhen und diese dadurch zur Einnahme von Aufputschmitteln zu verleiten.

Mittel und Nebenwirkungen

Zu den Aufputschmitteln zählen laut Rainer Richter Amphetamine und ihre Derivate wie etwa Methylphenidat oder Modafinil sowie Antidepressiva, Antidementiva und Betablocker. Eine leistungsteigernde Wirkung ist bisher wissenschaftlich allerdings noch nicht belegt.

Neben Schlaflosigkeit und Appetitlosigkeit zählen auch Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen und Krampanfälle zu den Risiken. Richter warnt zudem vor einer schnell auftretenden Abhängigkeit bei diesen Stoffen.



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