Schweinegrippe: Symptome und Anzeichen der Schweinegrippe

Anzeichen und Symptome der Schweinegrippe sowie aktuelle Informationen

Mittwoch, 11. November 2009, 13:54, Pierre Markuse

Schweinegrippe Symptome und Anzeichen der Schweinegrippe

Schweinegrippe: Die Symptome und Anzeichen der Schweinegrippe

Die doch relativ unspezifischen Symptome der Schweinegrippe führen nicht nur zu Problemen bei der Diagnose der Schweinegrippe (Influenza A/H1N1), die wegen der der Ähnlichkeit der Symptome zur normalen saisonalen Grippe oder auch einem grippalen Infekt meist nur über einen Labortest erfolgen kann, auch im öffentlichen Leben hat diese Schwierigkeit der Unterscheidung der Symptome der Schweinegrippe von den Anzeichen einer normalen Grippe folgen.

Mehrere Bundesländer schließen Schulen oder einzelne Klassen

Neben Hamburg wurden auch in Hessen und Bayern, aber auch in weiteren Bundesländern Schulen geschlossen, weil es dort zu einer Häufung von Schweinegrippe-Infektionen gekommen ist. Wegen der Inkubationszeit der Schweinegrippe von bis zu vier Tagen – an denen keine Symptome auftreten – kommen solche Maßnahmen jedoch oft zu spät um die Ausbreitung komplett zu verhindern.

Arbeitgeber mit Notfallplänen

Einige Firmen erstellen Notfallpläne für den Fall, dass größere Teile der Belegschaft wegen der Schweinegrippe ausfallen. Bis jetzt ist aber wohl noch kein Betrieb in Deutschland in einem solchen Maße betroffen, dass es zu Einschränkungen kommen würde. In Mexiko hingegen mussten bereits einige Betriebe für ein paar Tage schließen.

Symptomlose Inkubationszeit bis zu 4 Tage

(Bild: Wikpedia-User: LadyofHats, Lizenz)
Symptome der Schweinegrippe

Symptome der Schweinegrippe

Zwar kann sich die Schweinegrippe (Influenza A/H1N1) in Schulen gut verbreiten, die Schließung einer Schule nachdem dort bei mehreren Kindern die Schweinegrippe diagnostiziert wurde kann die Ausbreitung aber auch nicht komplett verhindern. So beträgt die vermutete Inkubationszeit der Schweinegrippe bis zu vier Tage. Dies bedeutet: Alle infizierten Kinder konnten vor dem Auftreten erster Symptome bis zu vier Tage lang andere Kinder anstecken.

Symptome der Schweinegrippe

Die typischen Symptome der Schweinegrippe (neue Grippe), die während einer Infektion auftreten sind folgende: (Dabei sollte immer beachtet werden, dass nicht alle Symptome auftreten müssen und die Symptome in Ihrer Ausprägung von Patient zu Patient verschieden stark sein können).

  • Fieber (zumeist über 38°C) Es wird berichtet, dass Fieber bei einigen Menschen erst später im Krankheitsverlauf auftritt
  • Halsschmerzen
  • Schwächegefühl
  • Appetitlosigkeit
  • Husten
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Gliederschmerzen

Diese Anzeichen machen die Unterscheidung von einer normalen saisonalen Grippe schwierig. Auch ein grippaler Infekt kann sich ganz ähnlich äußern, zudem müssen nicht alle Symptome vorhanden sein. Sicher ist es deswegen bei unklarer Krankheitslage immer den Arzt aufzusuchen, damit dieser – im Falle eines Falles eben auch mit Laborergebnissen – abklären kann, welche Erkrankung nun wirklich vorliegt. Anschließend kann dann die Behandlung in die Wege geleitet werden.

PCR-Test zur Diagnose der Schweinegrippe

Um die Schweinegrippe unabhängig von den Symptomen sicher zu diagnostizieren kann ein PCR-Test (Polymerase-Kettenreaktion) durchgeführt werden. Dabei wird die DNA des Virus vervielfältigt und durch Sequenzvergleiche mit dem Schweinegrippe-Virus-Genom kann dann unabhängig von der Symptomatik die Diagnose gestellt werden.

Schweinegrippe-Impfung wird empfohlen

Schweinegrippe-Virus - Photo: C. S. Goldsmith and A. Balish, CDC

Schweinegrippe-Virus - Photo: C. S. Goldsmith and A. Balish, CDC

Um es aber erst gar nicht so weit kommen zu lassen, dass man sich über die Symptome sorgen machen muss, sollte man sich nach Ansicht der Experten jetzt impfen lassen. Zwar gibt es bei der Organisation der Impfung noch einige Probleme, doch die Impfung selbst ist ein ziemlich sicherer Schutz vor einer Infektion mit der Schweinegrippe, auch wenn hier natürlich ebenfalls gilt: einen 100-prozentigen Schutz gibt es nicht.

Nachdem die Impfung in Deutschland nun schon einige Zeit läuft sieht man auch, dass der Impfstoff (Pandemrix von GlaxoSmithKline) gut vertragen wird. Eine überzogene Angst vor den evtl. Folgen einer Impfung ist deshalb nicht nötig.

Die organisatorischen Probleme bei der Verteilung und Lieferung des Impfstoffs sollen in den nächsten Tagen verschwunden sein. Die 50 Millionen Dosen Impfstoff die bestellt wurden, werden bis Anfang 2010 ausgeliefert.

Teilschutz bereits innerhalb weniger Tage aufgebaut

Selbst wer sich jetzt erst impfen lässt hat nach einigen Tagen bereits einen Teilschutz aufgebaut. Zudem hat es sich bestätigt, dass eine Impfung für den kompletten Schutz ausreicht. Die 50 Millionen Dosen reichen also für 50 Millionen Menschen, damit sollte jeder Impfwillige die Möglichkeit haben sich impfen zu lassen.

Saisonale Grippe

Nicht vergessen werden sollte auch die Impfung gegen die saisonale Grippe. Laut einer Studie des Herstellers GlaxoSmithKline ist die gleichzeitige Gabe der Impfstoffe für die Schweinegrippe und saisonale Grippe – jeweils in einen Arm – möglich. Siehe dazu auch diesen Artikel in der Ärzte Zeitung.

Wer also zur Risikogruppe gehört und noch keine Symptome einer Grippe aufweist, sollte sich schnell einen Termin für beide Impfungen besorgen. Jeder verstreichende Tag bringt uns näher an den Beginn der “normalen” Grippe-Saison.

UPDATE:

Bisheriger Verlauf der Schweinegrippe

Deutschlandweit sollen bisher rund 40.000 Fälle bekannt sein, bei denen es sich um eine Infektion mit der Schweinegrippe handelt, die Anzahl der Todesopfer ist inzwischen auf dreizehn gestiegen. Momentan kommen laut Robert Koch-Institut etwa 8.000 Erkrankungen pro Woche hinzu. Somit ist weiterhin mit schnell steigenden Fallzahlen zu rechnen.

Weltweit sind mittlerweile einige Hunderttausend Fälle bekannt. Die Zahl der Todesopfer weltweit soll bereits weit über 6.300 liegen. Hier kann weiterhin mit steigenden Zahlen gerechnet werden, weil es in vielen ärmeren Ländern an Impfstoff und auch Medikamenten zur Behandlung einer Schweinegrippe-Infektion mangelt. Besonders von der Schweinegrippe betroffen ist auch die Ukraine. Wie die Zahlen genau aussehen kann teilweise nur geschätzt werden, weil die Diagnosen insbesondere in ärmeren Ländern nicht auf Labortests sondern nur auf den Symptomen beruhen.

In Deutschland besonders betroffen sind Nordrhein-Westfalen und Bayern, verbreitet hat sich die Schweinegrippe aber bereits in ganz Deutschland.



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