Nacktscanner: Flughafen Schiphol in Amsterdam führt Nacktscanner ein

Diskussion um den Einsatz von Nacktscannern

Mittwoch, 30. Dezember 2009, 16:33, Pierre Markuse

Nacktscanner: Flughafen Schiphol in Amsterdam führt Nacktscanner ein

Der Flughafen Schiphol in Amsterdam führt ab sofort Nacktscanner (auch Körperscanner oder Bodyscanner) für in die USA reisende Personen ein. Dies soll zu einem Plus an Sicherheit im Flugverkehr führen. Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab, der am 25.12. versucht hat eine Maschine vor der Landung in Detroit mit dem Sprengstoff PETN in die Luft zu sprengen, betrat das Flugzeug am Flughafen Schiphol in Amsterdam.

Nacktscanner weiter umstritten

Nacktscanner sind weiterhin umstritten, diskutiert wird, ob es ein zu großer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der betreffenden Personen ist. Zum Einsatz kommen Nacktscanner schon an einigen Flughäfen in den USA, in Australien, Großbritannien, aber auch in Israel sowie in Moskau und Zürich.

Inzwischen werden auch Nacktscanner eingesetzt, bei denen der Computer das Bild bewertet und bei unklarer Sachlage die Sicherheitsbeamten darauf aufmerksam macht und diese dann wie üblich eine ganz normale Leibesvisitation vornehmen können. Auf diese Weise sehen die Beamten nicht jeden der Passagiere “nackt”, was vielen Menschen unangenehm ist, oder sich z.B. auch nicht mit den Geboten Ihrer Religion vereinbaren lässt.

Alternativ könnte man Personen, die einen Nacktscanner nicht benutzen wollen, auch einer Leibesvisitation unterziehen. Das nimmt natürlich mehr Zeit in Anspruch und ist zudem auch nicht sonderlich angenehm.

Risiko abwägen

Bild eines Nacktscanners

Bild eines Nacktscanners

Letztendlich geht es um eine Abwägung des Risikos für die Allgemeinheit und der Persönlichkeitsrechte des Einzelnen. Zudem muss auch genau geklärt werden, wieviel zusätzliche Sicherheit Nacktscanner bringen. Was können Nacktscanner finden, was nicht auch andere Methoden finden könnten, würden sie denn konsequent umgesetzt. Zudem sind die Geräte momentan auch noch relativ teuer und einige Menschen haben Bedenken wegen der eingesetzten Röntgenstrahlung.

Als Alternative werden in den USA inzwischen auch Handscanner (ähnlich den üblichen Metalldetektoren) getestet, die mit Terahertzstrahlung arbeiten und so auf ähnliche Weise verstecke Objekte am Körper finden sollen.

Zukunft

Nacktscanner können als weitere Sicherheitsmaßnahme an Flughäfen sicher ein Plus an Sicherheit bringen, zudem erlauben sie es auf einfache Weise schnell und einfach jeden Passagier zu untersuchen.

Gegenstände wie Keramikmesser, die die üblichen Metalldetektoren nicht registrieren, würden sonst nur bei Leibesvisitationen gefunden, denen aber allein aus Zeitgründen kaum jeder Passagier unterzogen werden kann.

Zusammen mit dem Risiko weiterer Terror-Anschläge wird es wohl mittelfristig zum Einsatz von Nacktscannern auf allen Flughäfen kommen.

Bedenken wegen der Persönlichkeitsrechte wird man durch automatisierte Systeme zu zerstreuen versuchen bzw. Passagieren im Einzelfall eben eine normale Leibesvisitation anbieten.



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3 Kommentare zu “Nacktscanner: Flughafen Schiphol in Amsterdam führt Nacktscanner ein”

  1. [...] werden Nacktscanner schon an einigen Flughäfen eingesetzt, neuerdings auch am Flughafen Schiphol in Amsterdam. Außerdem schon an einigen Flughäfen in den USA, in Australien, Großbritannien, aber auch in [...]

  2. Tom

    Ja, heute erst habe ich gelesen, dass diese Nacktscanner auch an Deutschen Flughäfen bald im Einsatz sein könnten.
    Ich persönlich muss zugeben, dass ich nciht so viel davon halte…

  3. Es war ja nur eine FRage der Zeit, bis auch in DE ein Vorwand gefunden wurde, diese Scanner einzusetzen.
    Hoffen wir mal, dass es dann aber auch ganz viele Reisende zu schätzen wissen und wieder mit dem Auto fahren, wenn es machbar isr.