Chile: Erdbeben richtet schwere Schäden an – Tsunami unterwegs

Erdbeben richtet schwere Schäden in Concepción an - Bereits über 100 Tote

Samstag, 27. Februar 2010, 19:01, Pierre Markuse

Chile: Erdbeben richtet schwere Schäden an – Tsunami unterwegs

Das Erdbeben der Stärke 8,8 vor Chile hat schwere Schäden in dern Umgebung von Concepción und Chillan angerichtet, doch auch die Hauptstadt Santiago ist betroffen. In Concepción sind mehrere Häuser eingestürzt, unter den Trümmern werden noch Opfer vermutet. Die Lage in Concepción und Chillan ist noch immer chaotisch, Informationen dringen nur schwer durch, weil das Telefonnetz dort zusammengebrochen ist,

Doch auch in Santiago und weitren Teilen Chiles gibt es durch das Beben Probleme mit dem Telefonnetz, zudem sind Gas- und Wasserleitungen gebrochen.

Epizentrum des Erdbebens vor Chile

Epizentrum des Erdbebens vor Chile

Concepción stark betroffen

In Concepción soll es an mehreren Stellen Brände geben. Die Stadt hat etwa 200.000 Einwohner, im Großraum leben aber fast 2 Millionen Menschen. Straßen sind aufgerissen sein und selbst neue Häuser haben der Kraft des Bebens nicht standgehalten.

Chiles Präsidentin Michelle Bachelet rief den Katastrophenzustand aus, trotzdem wird es nun noch eine Weile dauern, bis Hilfe vor Ort ist.

Bisher gibt es bereits über 100 Tote, viele Menschen werden aber weiterhin in den Trümmern der Stadt vermisst. Einige Experten befürchten, dass die Zahl der Toten mehrere Tausend betragen könnte. In Concepción und dem Skiort Chillan leben auch viele Deutsche.

Externe Hilfe nötig

Bereits jetzt ist abzusehen, dass Chile wohl auch die Hilfe anderer Länder benötigt, um die Situation in den Griff zu bekommen. Momentan muss man sich aber erst ein genaues Bild der Lage verschaffen.

Video: Situation in Santiago

Tsunami bewegt sich in Richtung Hawaii und Australien

Das Erdbeben vor der Küste Chiles hat einen Tsunami ausgelöst, viele Pazifik-Anrainerstaaten bereiten sich nun auf dessen Ankunft an den Stränden vor.

Eine Tsunami-Warnung wurde ausgelöst für Südamerika, Hawaii, Australien, Neuseeland, Japan, die Philippinen und Russland. Der Tsunami wird Berechnungen zufolge gegen 22.00 Uhr unserer Zeit Hawaii und um 22.45 Uhr die Ostküste Australien erreichen.

Bisher ist noch nicht klar, welche Höhe der Tsunami dabei erreichen wird, die Behörden auf Hawaii gehen von bis zu 5 Meter Höhe aus.

Durch die große Vorwarnzeit bleibt den Behörden der betroffenen Staaten nun genügend Zeit um Maßnahmen zu ergreifen und entsprechende Strandabschnitte zu sperren und Menschen zu evakuieren bevor der Tsunami eintrifft.

Was ist ein Tsunami?

Ein Tsunami ist eine meist durch ein Erdbeben (Seebeben) ausgelöste Flutwelle, die auf dem offenen Meer nur eine Höhe von wenigen bis einigen Dutzend Zentimetern hat, sich aber in Küstennähe zu einer riesigen Welle auftürmen kann. Durch Erdbeben kann ein plötzlicher Versatz im Meeresgrund entstehen, dieser Versatz „startet“ durch seinen Höhenunterschied den Tsunami, der sich daraufhin mit hoher Geschwindigkeit durch das Wasser bewegt. Trifft er auf die Küste, kann er sich zu einer großen Flutwelle auftürmen, die schwere Schäden verursachen kann.



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