Religiöse Gewalt erschüttert Nigeria – Mehr als 500 Tote bei brutalem Massaker

Bei den meisten Toten handelt es sich um Frauen und Kinder

Montag, 8. März 2010, 21:03, Sascha Markuse

Religiöse Gewalt erschüttert Nigeria – Mehr als 500 Tote bei brutalem Massaker

Nigeria: Eine erneute Welle der Gewalt soll am Sonntag laut Angaben der Behörden mehr als 500 Menschen das Leben gekostet haben. Zuerst war man bei den Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Christen im Bundesstaat Plateau von nur ca. 100 Toten ausgegangen. Der Hass zwischen den beiden rivalisierenden Gruppen wächst weiter.

Bei den meisten Toten handelt es sich um Frauen und Kinder

Zwischen den beiden religiösen Gruppen herrscht in Afrika Gleichgewicht, bei rund 50% der Bevölkerung handelt es sich um Christen, bei den anderen 50% um Muslime. Die Auseinandersetzungen häufen sich in der letzten Zeit – erst im Januar kamen rund 300 Menschen bei ähnlichen Ausschreitungen ums Leben.

Bei dem Übergriff am Sonntag hatten muslimische Nomaden drei christliche Dörfer attackiert. Bei einem Großteil der Toten handelt es sich um Frauen und Kinder. Bisher gibt es keine Informationen bezüglich der Hintergründe. Eine Strafe müssen die Täter nicht fürchten – bisher wurden auch bezüglich früherer Taten keine Anklagen erhoben.

Ausgangssperre und stationierte Truppen – Erste Vorwürfe

Seit Januar herrscht in Plateau eine nächtliche Ausgangssperre, um nächtliche Übergriffe größtenteils zu vermeiden. Zudem wurden Truppen stationiert, welche in Notsituationen eingreifen sollen. In diesem Fall wurde allerdings bereits der Vorwurf erhoben, dass die Truppen erst Stunden nach dem ersten Alarm reagiert haben sollen.

Ausstehende Präsidentenwahl

Um das Gleichgewicht aufrecht zu erhalten, wechseln sich auch an der Spitze jeweils ein Muslim und ein Christ ab. In rund einem Jahr kommt es zur nächsten Präsidentenwahl. Allerdings hat der muslimische Präsident Umaru Yar’Adua auf Grund einer Erkrankung das Amt an seinen christlichen Stellvertreter Jonathan übergeben, was zu Misstrauen bei vielen Muslimen geführt hat.



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