Wehrdienst: Verkürzung auf sechs Monate schon im Oktober
Wehrdienst-Verkürzung auf 6 Monate schon im Oktober - Auswirkungen

Wehrdienst: Verkürzung auf sechs Monate schon im Oktober
Die eigentlich für 2011 geplante Verkürzung des Wehrdienstes von neun Monaten auf sechs Monate soll laut Plänen des Verteidigungsministeriums nun schon im Oktober statt Anfang 2011 vollzogen werden. Die Verkürzung der Wehrdienstzeit wurde von der Koalition aus CDU/CSU und FDP bei im Koalitionsvertrag vereinbart. Die Wehrpflicht bleibt jedoch weiterhin erhalten.
Neben der Verkürzung des Wehrdienstes auf 6 Monate ist es auch geplant, die Zahl der jährlich einberufenen Wehrpflichtigen von 40.000 auf 50.000 zu erhöhen.
Problematische Verkürzung von 9 auf 6 Monate
Die Wehrdienst-Verkürzung auf nur noch sechs Monate sehen einige Experten aber auch skeptisch. Insbesondere die Grundausbildung mit einer Dauer von drei Monaten sollte nicht verkürzt werden, um den Wehrdienstleistenden auch eine vernünftige Grundlage mit auf den Weg geben zu können.
Zieht man dann noch den Urlaub von den sechs Monaten Wehrdienst ab, bleibt anschließend nicht viel Zeit in der Truppe um Gelerntes zu vertiefen und Truppenerfahrung zu sammeln.
Zivildienst ebenfalls betroffen
Viele Hilfsorganisationen – klassische Anbieter von Zivildienstplätzen – müssen sich ebenfalls auf die neue Situation einstellen. Damit ein Zivildienstleistender z.B. in einem Krankenhaus oder Altenheim vernünftig eingesetzt werden kann, ist auch hier eine Vorbereitungszeit nötig, die dann von den sechs Monaten Zivildienstzeit abzüglich des Urlaubs kaum noch etwas als aktive Einsatzzeit übrig lässt. Kaum ist der Zivildienstleistende richtig angelernt, ist seine Dienstzeit auch schon wieder vorbei.
Auch wenn die Anzahl der Zivildienstleistenden erhöht würde, bleibt das Problem der nötigen Vorbereitung, für die Personal vorhanden sein muss. Hier wird sich nicht selten die Frage stellen, ob bestimmte Angebote der Organisationen überhaupt noch weiter fortgeführt werden können.
Verkürzung kommt unerwartet früher
Ein weiteres Problem für Hilfsorganisationen wie das DRK ergibt sich nun durch die plötzliche Vorziehung der Verkürzung des Wehrdienstes, müssen doch in vielen Bereichen erst neue Organisationsstrukturen geschaffen werden, um der neuen Situation gerecht zu werden. Nachdem die Verkürzung erst für 2011 geplant war, gibt es diese neuen Strukturen noch nicht in allen Bereichen.
Ersatzdienst
Ebenso noch ungeklärt ist die Frage, wie lang in Zukunft die Dauer des Ersatzdienstes sein wird. Dieser kann z.B. bei Hilfsorganisationen wie DRK oder THW bzw. der Freiwilligen Feuerwehr abgeleistet werden.
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