Storch Heinar ist Satire – Thor Steinar unterliegt im Prozess

Storch Heinar kann weiter Späße treiben

Mittwoch, 11. August 2010, 14:25, Sascha Markuse

Storch Heinar ist Satire – Thor Steinar unterliegt im Prozess

Storch Heinar ist Satire – Thor Steinar unterliegt im Prozess

Der Modehersteller „Thor Steinar“, dessen Mode bei Rechtsextremen sehr beliebt ist, klagte gegen die Erfinder des Storches Heinar zu welchen der SPD-Politiker Matthias Brodkorb aus Mecklenburg-Vorpommern gehört, weil man die Marke durch den Storch verunglimpft gesehen habe.

Verwechslungsgefahr zwischen „Storch Heinar“ und „Thor Steinar“

Die Firma Mediatex, Inhaberin der Marke Thor Steinar, wollte daher gerichtlich eine Unterlassung und Schadensersatz erreichen.

Zu den Produkten von Mediatex gehören unter anderem Kleidungsstücke, die mit Runen oder altdeutschen Schriftzügen bedruckt sind und daher besonders bei Neonazis ankommen.

Keine Verwechslungsgefahr laut dem Landgericht Nürnberg

Das Landgericht Nürnberg entschied, dass es sich bei „Storch Heinar“ nicht um Verletzung des Marken- oder Wettbewerbsrecht  handelt. Auch eine Verwechslungsgefahr bestünde nicht.

Laut dem Richter könne ein Verbot schon daran scheitern, das sich die Erfinder des satirischen Storches auf die Meinungs- und Kunstfreiheit berufen könnten. Der „Storch Heinar“ wird also weiterhin seinen Spaß mit den Neonazis haben.

Trotzdem Schadenersatz wegen dem „Wüstenfuchs“

Das Gericht gab der Firma Mediatex allerdings  bei den Taschen mit dem Zeichen Wüstenfuchs recht, welches ebenfalls von den Erfindern des Storches angeboten werden, da diese ein eingetragenes Markenzeichen der Firma Mediatex sind.

Der SPD-Politiker Matthias Brodkorb muss jetzt Auskunft darüber geben, wie viele Taschen verkauft wurden, um den Schadensersatz zu ermitteln. Die Prozesskosten wurden zu 94 Prozent Mediatex auferlegt.



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