Google Street View Debatte – Kommentar

Die Angst vor Google Street View - Wirklich ein Instrument für Einbrecher?

Samstag, 14. August 2010, 15:01, Pierre Markuse

Google Street View Debatte - Kommentar

Google Street View Debatte – Kommentar

Google Street View scheint momentan einfach nicht aus den Medien verschwinden zu wollen, die Diskussion um Street View scheint geprägt von einer diffusen Angst vor – ja, vor was eigentlich? Einige Hausbesitzer und Mieter möchten nicht, dass ihre Hausansicht im Internet für jeden ersichtlich ist.

Werkzeug für Einbrecher?

Als Grund wird immer wieder gerne angegeben, dass evtl. Einbrecher sich so ein Bild der Situation machen könnten. Und tatsächlich mag Google Street View dazu dienen, lohnende Ziele zu entdecken, das Ausspähen des Objekts wird aber sicher vor Ort erfolgen.

Zudem wird es für keinen Einbrecher ein Problem sein, in einer Stadt eine Gegend zu finden, in der sich ein Einbruch eben besonders lohnt, dazu braucht man kein Google Street View.

Panoramafreiheit?

In Deutschland gilt die Panoramafreiheit, dass Fotografieren fremder Hausfronten von öffentlichem Gelände aus ist also erlaubt, nun könnte man argumentieren, dass die Street View Autos von Google hierbei ein unerlaubtes Hilfsmittel darstellen, wie es z.B. auch eine Leiter wäre, insbesondere weil die Aufnahmehöhe von ca 2,50 Meter über den Möglichkeiten eines durchschnittlichen Menschen liegt.

Doch gibt es hier einen Grund Angst zu haben? Google macht Menschen und Kennzeichen unkenntlich und man sieht auf den Fotos nicht mehr, als jeder LKW oder Kleintransporterfahrer aufgrund seines erhöhten Sitzplatzes von der Straße aus auch sehen kann. Da scheint auch niemand ein Problem mit seiner Privatsphäre zu haben.

Macht ein Einspruch Sinn?

Nun gibt Google die Möglichkeit Einspruch einzulegen gegen die Darstellung der eigenen Häuserfront, doch könnte das für die Einspruch einlegenden Personen zu einem Bumerang werden. Gerade dadurch wird ihr Haus in Google Street View besonders auffällig und neugierige Personen aus der Umgebung ebenso wie potentielle Einbrecher machen vielleicht extra dafür einen Umweg, um sich das Haus mal anzusehen.

Gar nicht so unwahrscheinlich ist auch das Szenario, dass eifrige Verfechter von Google Street View sich einen Spaß daraus machen, genau diese Häuser z.B. aufzusuchen und selbst im Rahmen der Panoramafreiheit zu fotografieren und diese Bilder bei irgendeinem Bilderdienst hochzuladen.

Nicht weit entfernt scheint dann ein Layer für Google Earth mit den entsprechenden Fotos der bei Street View verpixelten Häuserfronten.

Luftbildaufnahmen

Erstaunlich eigentlich, dass man kaum Widerspruch gegen die Veröffentlichung von Luftbildaufnahmen findet, wie sie z.B. bei Bing integriert ist, diese Bilder zeigen wunderbar die Gärten hinter dem Haus und damit beliebte Einstiegs- und Fluchtrouten für Einbrecher. Vielleicht macht es ja einfach mehr Spaß gegen Google zu sein.



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